Sport : Nichts Neues in München

Der FC Bayern gewinnt auch unter seinem neuen Trainer und dominiert Gladbach beim 3:1-Auftaktsieg.

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Immer voran. Franck Ribéry (Mitte, hier gegen Christoph Kramer) war gegen Gladbach spielstärkster Akteur der Münchner. Foto: dpa
Immer voran. Franck Ribéry (Mitte, hier gegen Christoph Kramer) war gegen Gladbach spielstärkster Akteur der Münchner. Foto: dpaFoto: dpa

Borussia Mönchengladbach hatte sich schon einmal als Stolperstein für den FC Bayern München beim Auftakt in die neue Bundesligasaison erwiesen. Und auch am Freitagabend ließ die Mannschaft vom Niederrhein nichts unversucht, um die Erfolgsserie des Triple-Gewinners zu beenden. Nach 90 Minuten feierten aber doch nur die Münchner, die mit einem 3:1 (2:1)-Sieg in die neue Spielzeit starteten und Josep Guardiola ein gelungenes Debüt als Bundesliga-Trainer bescherten.

Vor 71 000 Zuschauern dominierten die Bayern die Begegnung, präsentierten sich aber hinten ungewohnt anfällig. Anders als vor zwei Jahren, als die Gladbacher zu Saisonbeginn in München überraschend gewonnen hatten, fehlte ihnen dieses Mal trotz guter Aktionen das Durchsetzungsvermögen vor dem Tor. Die Bayern, für die Arjen Robben, Mario Mandzukic und David Alaba per Handelfmeter trafen, sorgten auch noch selbst für das erste Gegentor.

„Wir brauchen zwei, drei weitere Spiele“, meinte Guardiola nach der Partie, „um uns noch besser aufeinander einzustellen. Aber für den Anfang war das schon okay, wir haben gewonnen.“

Anders als in der Vorbereitung verzichtete Guardiola in seinem ersten Punktspiel auf große Experimente. Weil der fiebrige Thiago Alcantara passen musste, fiel dem neuen Bayern-Trainer die Entscheidung nicht schwer, wer auf der Sechserposition auflaufen würde. Bastian Schweinsteiger agierte in seinem 300. Bundesligaspiel vor der Abwehr, nicht immer fehlerfrei, aber bis zu seiner Auswechslung in der 73. Minuten solide.

Gladbach versuchte, früh zu stören, stellte bei Abstößen von Manuel Neuer alle Anspielstationen vor dem Strafraum zu, so dass dem Bayern-Torhüter gar nichts anderes übrig blieb, als den Ball weit in die gegnerische Hälfte zu schlagen. Das Geschehen spielte sich somit eher auf der gegenüberliegenden Seite ab.

Vier Minuten waren gespielt, da hätte Thomas Müller beinahe sein viertes Tor in dieser Woche erzielt, als er nach einer Flanke von Philipp Lahm im Fünfmeterraum lauerte. Die Gladbacher Abwehr konnte gerade noch zur Ecke klären. Sieben Minute später fiel dann das erste Tor der 51. Bundesliga-Saison. Franck Ribéry hatte einen unpräzisen Abstoß von Marc-Andre Ter Stegen abgefangen und Robben maßgenau in den Lauf gespielt. Der Niederländer musste nur noch den Fuß hinhalten. Das 1:0 gab den dominierenden aber nicht ganz befreit aufspielenden Münchnern einen Schub. Mandzukic erhöhte in der 16. Minute nach Robbens Flanke per Kopf auf 2:0 – und es schien, als ob die Bayern die Leichtigkeit des Siegens und Spielens nicht verloren hätten. Aber ausgerechnet ein ehemaliger Gladbacher brachte die Mannschaft von Trainer Lucien Favre wieder ins Spiel. Der Innenverteidiger versuchte, eine harmlose Flanke von Juan Arango zu klären und kam Neuer zuvor, der bereits aus seinem Kasten gekommen war. Der Ball kullerte zum Anschlusstreffer (40.) ins Tor.

Womöglich war dieses Gegentor für den FC Bayern wieder ein kleiner Weckruf, denn noch bis zur Pause hatten sie zwei gute Gelegenheiten, den alten Zwei-Tore-Abstand wieder herzustellen. Einmal scheiterte Toni Kroos an Ter Stegen, ein paar Sekunden später köpfte Mandzukic knapp neben den Pfosten. Für den ersten Aufreger in der zweiten Halbzeit sorgten dann aber wieder die Gladbacher. Kruse zog unbedrängt von der Strafraumgrenze ab, traf allerdings den eigenen Mann. Von da an ging es 15 Minuten hin und her. Erst eine kuriose Elfmeter-Minute brachte dann die Entscheidung zugunsten der Münchner: Wegen Handspiels von Alvaro Dominguez entschied Schiedsrichter Tobias Welz in der 68. Minute auf Strafstoß für München. Ter Stegen parierte zwar Müllers Schuss, aber im Anschluss spielte Dominguez noch einmal Hand – und wieder gab es Elfmeter. Dieses Mal trat David Alaba an (69.) – und war erfolgreich.

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