Sport : Nie die klare Nummer eins

Stuttgarts Sven Ulreich muss sich rechtfertigen

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Ich mach’ die Ansagen. Sven Ulreich hat es in Stuttgart nicht immer leicht. Foto: Camera 4
Ich mach’ die Ansagen. Sven Ulreich hat es in Stuttgart nicht immer leicht. Foto: Camera 4Foto: camera4

Bald sah man Bruno Labbadia vor einer Fernsehkamera stehen und an das „Stahlbad“ erinnern, durch das „Sven Ulreich musste“. Der Trainer des VfB Stuttgart war überzeugt davon, „wie viel weiter das den Ulle“ gebracht habe. Manager Fredi Bobic wies darauf hin, wie viele Spiele Ulreich dem VfB Stuttgart gerettet habe. Beide gaben sich alle Mühe, eine Torwartdiskussion zu verhindern, die nicht zu verhindern war. Nicht nach diesem Spiel, in dem Ulreich jener fatale Schnitzer unterlaufen war, den Stefan Kießling zum 1:0-Siegtreffer für Bayer Leverkusen nach einer halben Stunde nutzte. „Ich wollte den Ball festhalten. Das habe ich nicht geschafft“, sagte er. „Wer ein Risiko eingeht, kann verlieren.“

Ulreich war als Nummer eins in Stuttgart nie unumstritten. Erst befand man, er sei zu jung, dann erschien er manchem als zu wenig konstant. Man versetzte ihn in die zweite Mannschaft zurück, verbannte ihn später erneut aus dem Profi-Tor auf die Bank und gleich wieder zurück, als sich sein Ersatzmann Marc Ziegler verletzte. Ulreich zeigte überragende Leistungen und verdiente sich den Ruf, nervenstark zu sein.

Jetzt musste sich der 23-Jährige nach einem nicht eben leichten Tag wieder rechtfertigen. Er hatte durch den Patzer den Sieg des Gegners begünstigt und in einer schwachen Stuttgarter Mannschaft nicht immer einen sicheren Eindruck hinterlassen. In dem Spiel, das zum „Duell der Stuttgarter Torhüter“ zwischen Ulreich und dem 19 Jahre alten Nachwuchsmann Bernd Leno hochstilisiert worden war.

Bisher war Leno die Nummer drei des VfB. Vor zehn Tagen wurde er bis zum Jahresende zu den Leverkusenern ausgeliehen. Nun heißt es, der VfB wolle abwarten, ob sich Leno profilieren kann, um im kommenden Jahr zum ernsthaften Konkurrenten für Ulreich zu werden. Leno hat beim VfB einen Vertrag bis 2014, besitzt aber eine Ausstiegsklausel, nach der er gehen kann, wenn er nicht eine bestimmte Anzahl Erstligaspiele für den VfB macht.

Ulreich wollte trotz des misslungenen Tages den Abstand deutlich machen, den er nach seinem 52. Erstligaspiel zu Leno sieht. „Es werden auch für ihn noch andere Spiele kommen“, sagte Ulreich, der darauf baut, dass die Zeit für ihn spielt und die Diskussion nach einem möglichen Patzer Lenos bald auf einer anderen Ebene fortgeführt wird.

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