Sport : Nie mehr Barcelona Schalke würde Afellay gern langfristig halten

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Am Tor zu Hause. Ibrahim Afellay erzielte in der Champions League beim FC Arsenal das 2:0 für Schalke 04. Es war sein dritter Treffer in den letzten drei Spielen. Foto: dpa
Am Tor zu Hause. Ibrahim Afellay erzielte in der Champions League beim FC Arsenal das 2:0 für Schalke 04. Es war sein dritter...Foto: dpa

London - Schalkes Spieler lagen sich noch in den Armen, da versuchte sich Huub Stevens schon als Stimmungsbremse. Nach dem grandiosen 2:0-Sieg in der Champions League beim FC Arsenal sagte der Trainer: „Du musst auch mal schlechtere Spiele gewinnen können.“ Das war natürlich übertrieben, aber aus Sicht des Trainers verständlich. Die Saison ist noch sehr lang. Doch die Fähigkeiten seiner Mannschaft treten gerade zum Vorschein. Die Schalker haben mittlerweile zu einer Einheit zusammengefunden, deren Niveau durch die individuellen Fähigkeiten einzelner Spieler angehoben wird. Die Defensive ist zu einem echten Stabilitätsfaktor geworden, die nur unter größtem gegnerischen Aufwand überwunden werden kann.

In der Offensive verleihen die Schnelligkeit Jefferson Farfans, der Spielwitz Lewis Holtbys, die Kaltschnäuzigkeit Klaas-Jan Huntelaars und zunehmend auch die technischen Fähigkeiten Ibrahim Afellays den Darbietungen der Schalker eine große Qualität sowie eine nicht zu unterschätzende Portion Unberechenbarkeit.

Gerade Afellay scheint der Spieler zu sein, der die Mannschaft auf eine andere, noch höhere Stufe stellen kann. Der Niederländer erzielte nach seinen Treffern gegen Wolfsburg und gegen Dortmund auch gegen die „Gunners“ ein wichtiges Tor. Sein Landsmann Klaas-Jan Huntelaar hatte die Führung erzielt, Afellay erhöhte zum 2:0-Endstand. Seine technische Fähigkeiten, den Ball problemlos an- und mitnehmen zu können, seine bemerkenswerte Schusstechnik, seine Torgefährlichkeit sowie seine Handlungsschnelligkeit machen den Unterschied zwischen einer guten und einer sehr guten Mannschaft aus. „Es macht ihm einfach wieder Spaß. Das sieht man mit jedem Spiel. Er arbeitet jetzt sogar ordentlich nach hinten mit. Ibrahim hatte ja auch eine lange Durststrecke zu überwinden“, sagte Manager Horst Heldt.

Ein Kreuzbandriss hatte den Niederländer im vergangenen Jahr beim FC Barcelona aus der Bahn geworfen. Nur deshalb hatte Schalke überhaupt die Gelegenheit, Afellay mit einem einjährigen Ausleihgeschäft nach Gelsenkirchen zu locken. Mittlerweile ist er seinen früheren Möglichkeiten schon recht nahe gekommen und damit genau die Verstärkung, die sich die Schalker erhofft hatten. Deshalb verschweigen die Verantwortlichen auch nicht ihren Wunsch, den Leihvertrag in eine Festanstellung zu verändern.

Realistisch betrachtet stehen die Chancen dafür aber nicht besonders gut. Afellay soll eine festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von 100 Millionen Euro in seinen Vertrag bei den Katalanen verankert haben. Jörg Strohschein

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