• Nie mehr Beamtenfußball Im Spitzenspiel gegen Greuther Fürth will Unions Marc Pfertzel seine starke Hinrunde krönen

Sport : Nie mehr Beamtenfußball Im Spitzenspiel gegen Greuther Fürth will Unions Marc Pfertzel seine starke Hinrunde krönen

von
Foto: Kitty Kleist-Heinrich
Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Berlin - Jean-Paul Pfertzel kennt inzwischen die Fußballstadien aus halb Europa. In Italien war er schon, in Griechenland und auch in Deutschland. Inzwischen reist er vornehmlich ins Stadion An der Alten Försterei, dort spielt sein Sohn Marc für den 1. FC Union, und Vater Pfertzel ist, wann immer es seine Zeit erlaubt, dabei. Heute, beim letzten Spiel vor der Winterpause in Fürth (18 Uhr), wird Pfertzel senior mal nicht auf der Tribüne sein, die Anreise von Mühlhausen in Frankreich ist zu beschwerlich. Sein Sohn hat aber auch so genügend Selbstvertrauen, um gegen den Aufstiegsaspiranten aus Fürth ein gutes Spiel abzuliefern.

Marc Pfertzel befindet sich seit Wochen in starker Verfassung, auch seinetwegen steht Union nach 18 Spielen in der Zweiten Liga so gut dar, wie noch nie. 31 Punkte hat der Tabellensechste bisher gesammelt. Im Regelfall spielt ein Verein mit dieser Punkteausbeute um den Aufstieg in die Bundesliga, aber in diesem Jahr ist der Leistungsunterschied in der Zweiten Liga zu groß. Fürth liegt als Dritter bereits sechs Zähler vor dem 1. FC Union. „Unser Ziel ist es, Boden gut zu machen“, sagt Unions Trainer Uwe Neuhaus. Im Juli war man noch chancenlos beim 0:4 in Fürth, „inzwischen haben wir aber auch etwas anzubieten“, sagt Neuhaus.

Eine starke Abwehr zum Beispiel. Drei der letzten vier Spiele beendete Union ohne Gegentor, Marc Pfertzel stand dabei immer in der Anfangsformation. In Rostock, wo die Köpenicker 5:2 gewannen, erzielte der Franzose sein erstes Saisontor. „Es läuft zurzeit super, ich fühle mich gut“, sagt er. Das war nicht immer so.

Pfertzel kam im Sommer neu vom griechischen Klub AO Kavala zum 1. FC Union. Da er mit dem VfL Bochum zuvor schon in der Bundesliga gespielt hatte, waren die Erwartungen an ihn hoch. Doch Pfertzel startete nicht gut in die Saison, zeitweise verlor er seinen Platz als rechter Außenverteidiger an Christoph Menz. Trainer Neuhaus bezeichnete Pfertzels Spielweise damals als „Beamtenfußball“. Kein Risiko, alles nach einem bestimmten Schema. „In Griechenland habe ich zuletzt Mitte April gespielt. Vielleicht war ich nicht richtig fit, als ich in Berlin ankam“, sagt Pfertzel. Das hat sich inzwischen geändert, „weil wir hier sehr viel trainieren“, wie Pfertzel findet. Auf seine Kollegen hat er sich sportlich mit der Zeit immer besser eingestellt, die Abstimmung in der Hintermannschaft klappt hervorragend. Heute wird es in der Viererkette allerdings eine Änderung geben. Christoph Menz, inzwischen in die Innenverteidigung gerückt, wurde unter der Woche am Fuß operiert und fällt aus. Für ihn rückt aller Voraussicht nach Ahmed Madouni in die Abwehrzentrale.

Obwohl es für Union derzeit so gut läuft und die Mannschaft seit fünf Spielen ungeschlagen ist, freut sich Marc Pfertzel auf die anstehende Pause. „Wir hatten unter der Saison wenig frei, da werden ein paar Tage Erholung gut tun“, sagt er. Zum ersten Spiel am 3. Februar in Paderborn will er wieder topfit sein.

Dann wird wohl auch Vater Jean-Paul wieder live im Stadion seinem erstarkten Sohn zuschauen.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar