Nie mehr Zweite Liga : Was Herthaner vermissen werden

Mit einem Sieg gegen den SV Sandhausen steigt Hertha BSC offiziell auf. Stadien mit Charme, Ausreden fürs Brunchen und das Berliner-Derby – was wir nach Herthas Aufstieg vermissen werden.

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Quer durch die Republik. Die Fans von Hertha BSC reisten in dieser Zweitliga-Saison mit ihrer Mannschaft an so manchen exotischen Fußballort, wie hier nach Regensburg.
Quer durch die Republik. Die Fans von Hertha BSC reisten in dieser Zweitliga-Saison mit ihrer Mannschaft an so manchen exotischen...Foto: dpa

Wenn Hertha BSC gegen den SV Sandhausen gewinnt, ist der Aufstieg der Berliner Fußballer auch rechnerisch perfekt. Und wer zweifelt schon ernsthaft an einem Sieg gegen den Aufsteiger und Tabellenvorletzten aus Sandhausen? Wie schon nach dem letzten Abstieg 2010 kehrt Hertha der Zweiten Liga nach nur einem Jahr wieder den Rücken. Gut, dass es vorbei ist, werden die Fans der Berliner sagen. Und trotzdem gibt es ein paar Dinge, die man an der Zweiten Liga vermissen wird.

Das Derby

Berlin, so heißt es immer und das mit einiger Berechtigung, ist keine Fußballstadt. Na und, werden die Freunde des Theaters, der klassischen Musik, der bildenden Kunst und des Nachtlebens erwidern. Dafür hat Berlin eben andere Attraktionen. Doch gerade Zugezogene vermissen in der Hauptstadt manchmal das Fußballgefühl, diese ernste Begeisterung für eine eigentlich unernste Sache, die sie aus Dortmund, Bremen, Dresden, Mönchengladbach, Gelsenkirchen, aber auch aus Millionenstädten wie Hamburg oder Köln kennen. In der Zweiten Liga wurde dieses Gefühl zumindest punktuell bedient – genau zweimal nämlich, wenn Hertha im Berliner Derby auf den 1. FC Union getroffen ist. Für diesen Hauch von Enthusiasmus nimmt man es sogar in Kauf, dass rund um das Stadtderby inzwischen eine Rivalität zwischen den beiden Clubs konstruiert wird, die eigentlich gänzlich unhistorisch ist.

Schön war die Zeit in Liga 2
Immer rin, rin, rin. Der Einlass hat begonnen.Weitere Bilder anzeigen
1 von 29Foto: Kai-Uwe Heinrich
19.04.2013 17:55Immer rin, rin, rin. Der Einlass hat begonnen.

Siege

Sollte Hertha heute gegen Sandhausen gewinnen, wäre das der 19. Sieg in dieser Saison. Vor zwei Jahren waren es sogar 23. Daran kann man sich gewöhnen – sollte man aber lieber nicht. „In der Bundesliga werden wir wahrscheinlich nicht mehr so viele Spiele gewinnen“, sagt selbst Trainer Jos Luhukay. Siege werden für Hertha in der nächsten Saison und eine Klasse höher nicht mehr der Normalfall sein, sondern wieder etwas Besonderes. Das lässt sich auch mit Zahlen belegen. Schon jetzt haben die Berliner in dieser Spielzeit anderthalb Mal so oft gewonnen wie in ihren beiden letzten Erstligaspielzeiten (2009/10: fünf Mal; 2010/11: sieben Mal) zusammen.

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