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Niederlage in Fürth : Eine stabile Abwehr reicht Union nicht

Der 1. FC Union hält beim Favoriten Greuther Fürth lange mit, kann aber den spielentscheidenden Treffer zum 0:1 nicht verhindern.

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Der Fürther Stephan Fürstner (r) im Zweikampf mit dem Berliner Macchambes Younga-Mouhani.
Der Fürther Stephan Fürstner (r) im Zweikampf mit dem Berliner Macchambes Younga-Mouhani.Foto: dpa

Nach dem Abpfiff stürmten Spieler und Offizielle des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union auf das Schiedsrichterkollektiv zu. Die Berliner waren mächtig sauer. Nicht nur über die 0:1 (0:0)-Niederlage bei der Spielvereinigung Greuther Fürth, sondern auch über den Feldverweis für Bernd Rauw knapp eine Minute zuvor. Unions Teammanager Christian Beeck fuchtelte bei seiner Argumentation wild mit seinen Armen umher. Kapitän Torsten Mattuschka und Verteidiger Daniel Göhlert redeten ebenfalls auf dem Hamburger Referee Patrick Ittrich ein. Vergeblich. Es blieb beim glatten Rot für Rauw – und bei der vermeidbaren, aber nicht unverdienten Niederlage sowieso.

„Die 90 Minuten waren recht ausgeglichen und ohne viele Höhepunkte. Wir haben heute nicht die richtigen Mittel gefunden“, sagte Trainer Uwe Neuhaus, der nach dem Abpfiff hämisch Beifall in Richtung des Unparteiischen geklatscht hatte. Bei der Pressekonferenz hatte sich Neuhaus wieder im Griff. „Wir haben zwei Spieler verloren und keine Punkte geholt. Das war kein glücklicher Tag für den 1. FC Union.“

Der zweite Ausfall betraf Dominic Peitz, der zusammen mit Macchambes Younga-Mouhani die Doppelsechs gebildet hatte. Nach 58 Minuten musste Peitz jedoch mit blutender Nase wutschnaubend den Rasen verlassen. Nach einem Luftkampf mit Leo Haas zog er sich einen Nasenbeinbruch zu. Nach dem Spiel suchte Unions Antreiber ein Krankenhaus auf. „Bei einer Operation drohen ihm sechs Wochen Pause“, sagte Neuhaus.

Schon in Fürth konnte der 51-jährige Fußball-Lehrer nicht die derzeitige Bestformation aufbieten. Stürmer John Jairo Mosquera war wegen einer Angina in der Heimat geblieben. Auch Patrick Kohlmann trat die Reise wegen eines Infekts nicht an. Versuche, ihn noch am Spieltag mit Teammanager Christian Beeck nachreisen zu lassen scheiterten. Deshalb saßen in Fürth kurioserweise nur sechs Berliner Ersatzspieler auf der Bank. Und bei Paul Thomik und Santi Kolk merkte man, dass sie wegen Krankheit und Verletzung nicht in Vollbesitz ihrer Kräfte waren. Thomik wurde schon nach 45 Minuten durch Chinedu Ede ersetzt. Santi Kolk vergab vor 6480 Zuschauern unmittelbar vor dem entscheidenden 0:1 durch den eingewechselten Joker Felix Klaus die größte Union-Chance.

Beim Gegentreffer nach 76 Minuten sahen Michael Parensen und Schlussmann Jan Glinker unglücklich aus. Glinker hatte in Fürth den Vorzug vor Torhüter Marcel Höttecke erhalten, bei dem der Trainingsrückstand noch zu groß war. Diese Personale ging angesichts der turbulenten Schlussphase jedoch fast unter.   

Rotsünder Rauw hofft derweil auf eine milde Strafe, weil der seinen Gegenspieler Nicolai Müller nicht absichtlich mit der Hand am Kopf oder Hals berührt haben will. „Nicolai Müller hat dem Schiri gesagt, dass es kein Foul war. Schade, dass der Schiedsrichter nicht den Mut hatte, die Rote Karte zurückzunehmen“, sagte Rauw. Müller sagte in der Mixedzone, dass er nicht glaubt, dass Rauw ihn kommen gesehen hat.   

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