Sport : Niederlage mit Verspätung

Die Eisbären haben zwar ihren Trainer wieder, doch den Sieg holt Köln

von
Im Boxen besser. Aber leider wurden die Punkte fürs Eishockeyspielen vergeben und da gab es für Eisbär Pederson (r.) nur einen, zwei dagegen für Kölns Ciernik (l.).
Im Boxen besser. Aber leider wurden die Punkte fürs Eishockeyspielen vergeben und da gab es für Eisbär Pederson (r.) nur einen,...Foto: contrastphoto

Berlin - Mitten im zweiten Drittel tauchte er plötzlich auf. Doch diesmal stellte er sich nicht wie gewohnt hinter die Bande, sondern verkroch sich in eine Loge. Weil Don Jackson es nach seiner Reise in die USA nicht pünktlich zum Spiel seiner Eisbären gegen die Kölner Haie schaffte, schlich er sich am Sonntagnachmittag einfach in die obere Etage der Arena. Von dort aus verfolgte der Berliner Eishockeytrainer, wie sich seine Mannschaft unter den Ersatztrainern Vince Malette und Hartmut Nickel so machte. Überzeugen konnte ihn die Vorstellung der Eisbären bei der 1:2 (0:0, 1:1, 0:0/ 0:1)-Niederlage nach Penaltyschießen gegen Köln nicht. „Wir haben an diesem Wochenende nur einen Punkt geholt, das ist zu wenig“, befand Jackson nach der Begegnung.

Der Coach hatte wegen einer Erkrankung seiner Tochter am Freitag schon das 2:5 der Eisbären in Düsseldorf versäumt. Dass er nun zwei Tage später auch noch das erste Tor des Tages verpasste, brauchte ihn noch nicht zu ärgern. Es war nämlich gar keines. Der Schiedsrichter erkannte den nach 31 Sekunden von André Rankel abgegeben Schuss nach Videoanalyse nicht an, weil der Puck von der Schulter auf irreguläre Weise gen Tor geplumpst war. Und damit fingen sie auch schon an, die Probleme der Berliner. Zwar sprach Jackson später von „einer kämpfenden Mannschaft, die schnell nach vorne spielte“, ihre Chancen aber wusste sie all zu oft nicht zu nutzen. Da sich die Kölner anfangs nicht besser anstellten, plätscherte das erste Drittel abgesehen von einigen Nickligkeiten weitgehend ereignislos seinem Ende entgegen.

0:0 hieß es nach 20 gespielten Minuten. Und dieser Zwischenstand ermunterte die als Tabellenletzter angereisten Gäste augenscheinlich. Sollte gegen den Favoriten tatsächlich etwas drin sein? Es schien so. Dementsprechend dreist spielten die Haie von Beginn des zweiten Abschnitts an auf – und wurden dafür prompt mit der Führung durch Christoph Ullmann belohnt. Die Eisbären wirkten ein wenig überrumpelt: Erst kurz vor der zweiten Drittelpause gelang es ihnen, ihre technische Überlegenheit auch in einen Treffer umzumünzen. Kapitän Stefan Ustorf behielt im Gewusel vor dem Tor die Übersicht und drückte den Puck über die Linie.

Ustorf? Genau. Bezeichnenderweise brauchte es die Hilfe des zweiten Rückkehrers vom Sonntag. Wie Jackson war ja auch Ustorf wegen familiärer Probleme für einige Tage in die amerikanische Heimat gereist. Und obwohl Ustorf am Sonntag wie wohl auch alle 13 900 Zuschauer in der Berliner Arena „nie das Gefühl hatte, dass die Haie wirklich gefährlich werden würden“, ließen sich die Eisbären weitgehend von ihnen einlullen.

Selbst in drei Überzahlspielen gelang es den Gastgebern im Schlussdrittel nicht, am Kölner Torwart vorbeizukommen – Florian Busch zielte bei der besten Gelegenheit für die Berliner nur an den Pfosten. „Wir haben alles gemacht außer Tore“, sagte Stefan Ustorf dazu. Irgendwie war es deshalb logisch, dass diese zähe Partie auch noch eine doppelte Zugabe bekam. Weil in der Verlängerung kein weiterer Treffer fiel, ging es ins Penaltyschießen. Als Philip Gogulla da das entscheidende Tor für die Kölner schoss, stand Trainer Don Jackson schon eine ganze Weile wieder an seinem Lieblingsplatz hinter der Bande.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben