Sport : Niederlage Nummer sechs

Alba Berlin bangt nach dem 77:80 gegen Bologna um den Einzug in die Zwischenrunde

Benedikt Voigt

Berlin. Es war die Zeit gekommen für den Zivildienstleistenden aus dem Unfallkrankenhaus Marzahn. Guido Grünheid, der sich fast täglich einige Stunden lang um Patientenakten kümmert und dann zum Basketballtraining fährt, fiel gestern bei Alba Berlin eine wichtige Aufgabe zu. Erstmals in seiner Karriere durfte der 20-Jährige in einem Euroleague-Spiel von Beginn an spielen. Sein Einsatz half den Berlinern jedoch nicht, um Skipper Bologna zu besiegen. 77:80 (40:37) verlor Alba gegen die Italiener und muss nach der sechsten Niederlage in der Euroleague ernsthaft um das Weiterkommen fürchten. Es war die sechste Niederlage in Folge.

Emir Mutapcic schrieb neben Guido Grünheid erstmals auch den 20-jährigen Jimmy James vom Zweitligisten TuS Lichterfelde auf den Spielbericht für ein Pflichtspiel. Dem Alba-Trainer gehen langsam die Spieler aus. Am Abend vor dem Spiel hatte sich Nationalspieler Marko Pesic erneut verletzt, diesmal eine schwere Bänderdehnung im rechten Fuß. Mutapcic hatte eine weitere Lücke auf der Flügelposition. Der Trainer löste das Problem, indem er Grünheid zunächst als Small Forward beginnen ließ. Die Maßnahme zahlte sich zunächst aus. Der 20-Jährige hatte beim 14:5 nach sieben Minuten für Alba Berlin bereits fünf Punkte erzielt.

Als der 2,06 m große Nachwuchsspieler im zweiten Viertel auch noch den acht Zentimeter größeren und körperlich deutlich kräftigeren Thomas van den Spiegel blockte, hatte er sich schon in die Herzen der Fans gespielt. Bis zur Pause (40:37) hatte sich keine Mannschaft absetzen können. Alba hatte gut gespielt, hatte nur zwei Rebounds weniger als die Italiener gesammelt.

Mithat Demirel, der mit 17 Punkten bester Scorer bei Alba, musste sich ab der 23. Minute nach dem vierten Foul lange auf die Bank setzen. Alba behauptete bis zum vierten Viertel seinen knappen Vorsprung: 60:57. Doch Bologna ließ sich dank der starken Dreipunkteschützen Carlos Delfino und Gianmarco Pozzecco und Lubos Barton (20 Punkte) nicht abschütteln. In der 34. Minute übernahmen die Gäste wieder die Führung: 66:68. Alba wurde nervös, Bologna zog auf 74:67 davon. Doch Mithat Demirel brachte Alba mit einem Dreipunktewurf eine Minute und 40 Sekunden vor dem Ende auf 70:74 heran, Celestand verkürzte auf 71:74, doch Centerspieler Giacomo Galanda erhöhte eine Minute vor Schluss auf 71:77. Das Ende? Nein, innerhalb von 15 Sekunden trafen Mithat Demirel und Stefano Garris zwei Dreipunktewürfe zum 77:77. 11,3 Sekunden standen noch auf der Uhr. Die Verlängerung? Nein, Lubos Barton traf zwei Sekunden vor dem Ende den entscheidenden Dreipunktewurf.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben