Niederlagenserie : Der HSV geht am Stock

Der Hamburger SV wartet nach der Heimniederlage gegen den VfL Bochum bereits seit fünf Spielen auf einen Sieg.

Frank Heike

Es hätte genug Stoff zum Lamentieren gegeben. Das aber verkniff sich Bruno Labbadia. „Ich kann die Situation nicht ändern. Es kostet zu viel Kraft, sich über Dinge Gedanken zu machen, die ich nicht beeinflussen kann“, sagte der Trainer des Hamburger SV. Das 0:1 gegen den VfL Bochum war das fünfte sieglose Spiel in Folge, zudem die zweite Heimniederlage nacheinander. Die Bochumer hingegen holten erstmals unter ihrem neuen Trainer Heiko Herrlich überhaupt Punkte.

Der HSV geht am Stock, am Sonntag fehlten neun Spieler. Aber Labbadia beklagt sich nicht. Er weiß auch, warum: Es lag nicht an den fehlenden Spielern, dass der HSV gegen Gladbach verlor, in Hannover Punkte verschenkte, gegen Bochum unterlag. Verteidiger Dennis Aogo sagte: „Nichts gegen Bochum, aber selbst in dieser Aufstellung müssen wir stark genug sein, sie zu besiegen.“ Denn immerhin sind ja Nationalspieler im Kader wie Piotr Trochowski, Hoffnungsträger wie Marcell Jansen oder Routiniers wie Joris Mathijsen. Gerade von Trochowski darf man mehr erwarten als eine mäßige Leistung, er selbst will ja ein Kopf der Mannschaft sein. Aber das Unerwartete, das Überraschende, das vermisste man bei ihm. Jansen hat nach wie vor nur Kraft für 30 Minuten, und Mathijsen, sonst ein Muster an Stabilität, leistete sich gegen Bochum einen seiner seltenen Fehler, als er ausrutschte, und Sestak in die Mitte passen ließ: Dennis Grote war da und traf zum 1:0. Danach mühte sich Labbadias Not-Elf nur noch ideenlos, den gut stehenden Bochumern irgendwie beizukommen. „Uns hat am Ende die Ruhe gefehlt und vorher die Durchschlagskraft im Sturm“, sagte Labbadia. Die jungen Stürmer Arslan und Torun sind von Spielweise und Cleverness her weit von Bundesligaformat entfernt. Mancher vermisst nun doch den arbeitslosen Vorspielstürmer Ebi Smolarek. Ihn hatte der HSV getestet, aber ziehen lassen. „Wir würden wieder genauso handeln“, sagt Labbadia.

Tabellarisch und vom Punkteabstand her ist der Sturz auf Rang fünf undramatisch. Doch was wären das für Aussichten, wenn es statt der mickrigen drei Punkte gegen Leverkusen, Gladbach und Bochum sowie in Hannover und Gelsenkirchen die insgeheim erwarteten elf geworden wären! Dann wäre der Plan wohl doch aufgegangen, sich irgendwie in den Winter zu retten.

0 Kommentare

Neuester Kommentar