Sport : Niemand hat die Absicht, Sportförderung nach dem DDR-Modell zu betreiben

Der Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB), Manfred von Richthofen, hat die Ankündigungen seines Leitenden Leistungssportdirektors Armin Baumert dementiert, wonach darüber nachgedacht werde, erfolglose Sportarten zukünftig von der Förderung auszunehmen. "Es kann für den DSB keinen Zweifel daran geben, dass eine Grundförderung für alle Sportarten absolut notwendig ist. Wir wollen keine Sportförderung nach dem DDR-Modell und auch keine Konzentration auf ausschließlich olympische Sportarten", sagte Manfred von Richthofen.

Der DSB-Chef verlangte angesichts der vom Bundesminister des Innern angekündigten Kürzungen der Sportförderung nach den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, dass der Nachwuchs-Bereich, die unmittelbare Athletenbetreuung und die Trainer von den Sparmaßnahmen verschont werden müssten. Richthofen lehnte in der Förderung eine Konzentration auf medaillenträchtige Sportarten ab: "Das ist mit uns nicht machbar."

Armin Baumert, Leitender Direktor des Bereichs Leistungssport (BL) im DSB, hatte angekündigt: "Wenn den Starken nicht mehr genug Mittel zur Verfügung stehen, stellt sich die Frage, ob wir alle noch finanzieren können." Mittelfristig könne nicht ausgeschlossen werden, im Zuge knapperer Mittel erfolglose Sportarten ganz von der Förderung zu streichen, sagte Baumert. Nach dem 1996 beschlossenen Förderkonzept hatten einige Verbände ohnehin schon starke Einbußen hinnehmen müssen.

Manfred von Richthofen verteidigte das Förderkonzept und die notwendigen Sparmaßnahmen: "Im Hinblick auf Sydney 2000 sind wir mit einem blauen Auge davongekommen, aber danach muss der Sport seinen Sparbeitrag leisten. Auch wenn wir eine CDU-Regierung hätten, müsste gespart werden. Da kann sich der Sport nicht ausklinken, das ist politisch nicht durchsetzbar."

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