Sport : Niko Kovac gastiert mit dem Hamburger SV in Leverkusen wo Robert Kovac spielt

Oliver Görz

Jahrelang spielten sie zusammen, inzwischen haben sich ihre Wege getrennt, am Sonntag werden sie wieder mal gemeinsam auf dem Platz stehen - als Gegner. Die Brüder Robert und Niko Kovac treffen in der Begegnung Bayer Leverkusen gegen den Hamburger SV aufeinander. Das Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga - es ist auch ein Duell Kovac gegen Kovac.

Der "Bruder-Kampf" gibt der Partie eine ganz besondere Würze. "Fest steht: wir gewinnen", sagt Niko Kovac, mit 28 Jahren der Ältere und seit dieser Saison beim Hamburger SV unter Vertrag. "Ihr habt keine Chance", entgegnet Robert Kovac, der in Leverkusen bei Bayer längst eine feste Größe ist. Für beide geht es um viel, denn sowohl Bayer als auch der HSV wollen sich als Verfolger von Bayern München oben in der Tabelle behaupten. Während Robert Leverkusen als Mitfavoriten im Rennen um die Meisterschaft sieht, strebt Niko mit dem HSV den Uefa-Cup an.

Heute sind sie sportlich gesehen Kontrahenten. Doch das war nicht immer so. Die in Berlin aufgewachsenen Kroaten begannen ihre Laufbahn gemeinsam bei Wedding und Hertha 03 Zehlendorf. Nach einigen Jahren in der zweiten Liga - Niko Kovac bei Hertha BSC und Robert Kovac beim 1. FC Nürnberg - wechselten beide 1996 nach Leverkusen in die Bayerelf.

Daraufhin folgten drei gemeinsame Jahre in der Bundesliga. "Zusammen auf dem Platz waren wir allerdings nur ganz selten", räumt Niko ein und erklärt: "Am Anfang lief es bei mir optimal, während Robby oft draußen saß, dann brach ich mir den Knöchel und das Wadenbein und der Stammplatz war futsch." Mittlerweile hat er in Hamburg sein Glück gefunden. Dazu sagt Robert: "In Hamburg ist er ein absoluter Leistungsträger, er hat ja auch schon drei Tore geschossen. In Leverkusen wäre für ihn sicherlich kein Stammplatz drin gewesen." Unter Hamburgs Trainer Frank Pagelsdorf blühte der Nationalspieler indes auf. "Es macht wieder Spaß, Fußball zu spielen", erklärt Niko Kovac.

Derweil entwickelte sich Robert bei Bayer zu einem der besten Verteidiger der Liga. Der große Bruder meint: "Er ist einfach top, hat das Niveau eines Christian Wörns, ist technisch sogar stärker." Am Sonntag will er dem "Kleinen" trotzdem ein Schnippchen schlagen, denn es gilt, eine alte Rechnung zu begleichen: "In der zweiten Liga habe ich mal mit Hertha 0:1 gegen Nürnberg verloren, und gegen Robby sah ich in einer Szene ganz alt aus."

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