Nils Petersen : Nicht erpicht auf Bayerns Bank

Nils Petersen würde gern auch in der nächsten Spielzeit für Werder Bremen spielen. Am Sonnabend kommt es nun zum Duell mit Bayern München, wo der ausgeliehene Stürmer unter Vertrag steht.

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Petersens Mondfahrt. Bleibt der von Bayern ausgeliehene Stürmer nach der Saison in Bremen?
Petersens Mondfahrt. Bleibt der von Bayern ausgeliehene Stürmer nach der Saison in Bremen?Foto: dpa

Werder Bremens neuer Geschäftsführer Thomas Eichin gestand vor dem Bundesliga-Spiel gegen den FC Bayern München, dass er noch nie in seinem Leben Weißwürste gegessen habe und also auch nicht wisse, wie sie schmecken. Die Weißwürste spielen insofern eine Rolle, weil sie beim traditionellen Treffen der beiden Chefetagen vor dem Spiel am Sonnabend serviert werden. „Ich weiß auch gar nichts von diesem Essen“, legte der Bremer Sportdirektor ein weiteres Geständnis ab, „aber es wird sicherlich die Gelegenheit geben, mit den Bayern am Rande der Partie zu reden.“ Zum Beispiel über Werders besten Stürmer Nils Petersen, der nur bis zum Saisonende vom FC Bayern ausgeliehen ist und dort einen gültigen Vertrag bis 2015 besitzt.

Der 24-Jährige hat signalisiert, dass er gerne in Bremen bleiben will. „Etwas anderes als Werder kann ich mir kaum vorstellen, dazu fühle ich mich hier viel zu wohl“, sagte er in dieser Woche. Für Werder spielt und trifft er regelmäßig, in München wäre er nach dem derzeitigen Stand nur Stürmer Nummer vier. Sollten die Bayern Robert Lewandowski holen, gar nur die Nummer fünf. Und auf Einsatzzeiten in der Regionalliga Bayern für die Reserve des Rekordmeisters ist Petersen nicht gerade erpicht.

Im Sommer 2011 war der gebürtige Wernigeroder als bester Torschütze der Zweiten Liga aus Cottbus an die Isar gewechselt und hatte verkündet, er wolle sich den „Arsch aufreißen“, um auf seine Einsätze zu kommen. Jupp Heynckes, der sich für den Transfer stark gemacht hatte, ließ ihn anfangs des Öfteren spielen, doch schließlich wurde Nils Petersen in München genau das, was ihm sein ehemaliger Trainer in Cottbus, Claus-Dieter Wollitz, prophezeit hatte: ein Bankdrücker.

Dass die Bremer sich die Dienste ihres treffsichersten Angreifers gerne langfristig sichern würden, ist kein Geheimnis. Und immerhin hat FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß unlängst erklärt, dass sie sich „zu gegebener Zeit“ mit Werder zusammensetzen würde. Derweil will sich Eichin „in den nächsten Tagen oder Wochen“ mit dem Stürmer und dessen Berater treffen. Denn neben der Ablösesumme wäre schließlich noch zu klären, welche Gehaltsvorstellungen der Spieler hat. Wobei es Petersen kaum zuzutrauen ist, sich mit unrealistischen Forderungen selbst aus dem Spiel zu nehmen. Der Mann gilt als grundsolide und bescheiden.

Das Spiel bei den Bayern sei, so Werder- Coach Thomas Schaaf, sicherlich ein besonderes für seinen Topstürmer. „Aber Nils macht nicht den Eindruck, als würde ihn das durcheinander bringen.“ Und außerdem habe Petersen in München ja die Gelegenheit, sich zu präsentieren. Das allerdings kann man als Trainer wohl nur sagen, wenn man davon ausgeht, dass selbst ein Klassespiel von Nils Petersen nichts daran ändern würde, dass die Bayern in Zukunft ohne ihn planen.

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