Sport : Nils Schumann: Wenn das Vertrauen erschüttert ist

Jörg Wenig

Die Trennung zwischen dem 800-m-Olympiasieger Nils Schumann und seinem Trainer Dieter Hermann ist so gut wie sicher. "Sowohl ich als auch der für die sportliche Seite verantwortliche Manager Jos Hermens haben mit Hermann gesprochen, und er hat gesagt: Nein. Er würde es nur machen, wenn ihn der DLV dazu zwingt", erklärte Klaus Kärcher, der für die Vermarktung des vom SV Creaton Großengottern zur LG Nike Berlin gewechselten Athleten zuständig ist.

Schumann hatte auf Grund der Problematik bereits am Sonntag Abend den Generalsekretär des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), Frank Hensel, informiert. Bei der Präsentation der LG Nike am Montag sagte der 22-Jährige jedoch noch nichts, während Hermann dagegen kurz darauf die Betreuung für beendet erklärte. Inzwischen soll Schumann auch in einem Radiointerview gesagt haben, er werde definitiv nicht mehr bei Hermann trainieren. Heute wird nun in Darmstadt ein Gespräch zwischen Hermann und Hensel stattfinden. Doch zwingen kann und will der Verband den Trainer nicht. "Wir werden uns nüchtern und sachlich unterhalten und sehen, ob eine tragfähige Lösung gefunden wird", sagte Frank Hensel und fügte hinzu: "Aber das ist auch eine Vertrauensfrage - wenn dieses erst einmal erschüttert ist, dann wird es schwer. Und wenn kein beidseitiges Bemühen da ist, macht es wenig Sinn."

"Jos Hermens wird sich in Absprache mit Nils um das Problem kümmern. Ich bin sicher, dass es eine optimale Lösung gibt, aber das wird eine gewisse Zeit dauern", sagte Klaus Kärcher, der sich vorstellen kann, dass Trainer Dieter Hermann nach dem Weggang seines Zugpferdes "in Großengottern unter Druck steht".

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