Sport : Niveauvoll, aber torlos

Claus Vetter

15 Tore hatte es beim ersten Spiel in der laufenden Saison der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zwischen den Kölner Haien und den Capitals gegeben. Damals, am 7. Oktober, gewann Köln mit 9:6. Wer nun am Freitag in der Deutschlandhalle von beiden Teams ein ähnliches Torfestival erwartet hatte, der war am falschen Ort. 3800 Zuschauer sahen zwar eine niveauvolle, aber auch eine torlose Partie. In der regulären Spielzeit wollte kein Treffer fallen. Da Unentschieden und damit auch Nullnummern in der DEL verboten sind, musste das Penaltyschießen zur Entscheidungsfindung herhalten. Hier waren die Kölner schließlich treffsicherer als die Capitals: Dwayne Norris verwandelte den entscheidenden Penalty zum 1:0-Erfolg der Haie.

Trockeneisnebel und Flackerlicht beim Auflaufen der Capitals, ein wenig Spektakel eben. Das war neu und mal ein guter Einfall der Regie in der Deutschlandhalle. Auch wenn sich die Nebelschleier erst mit Beginn des Spieles so langsam verziehen wollten, hatten die Berliner schon außerordentlich früh klaren Durchblick. Allerdings nur bis wenige Meter vor dem Tor von Kölns Keeper Chris Rogles. In den ersten 94 Sekunden versiebten die Herren Tscherbajew, Foster, Kujala und Funk allesamt glasklare Torchancen. Das erfolglose Anrennen aus den Anfangsminuten sollte sich als programmatisch erweisen. Ähnlich schwer getan hatten sich die Capitals schon fünf Tage zuvor, beim mühevoll und erst in den Schlussminuten erkämpften 2:1 gegen Kassel.

Obwohl sich die Capitals in der ansehnlichen und körperbetonten Partie klare Vorteile erspielten, wollten gestern keine Tore fallen. Unter den Berliner Spielern ließen sich die, die nicht mindestens eine gute Einschussmöglichkeit hatten, an einer Hand abzählen. Natürlich gab es einige, die sich besonders im Auslassen von Torchancen profilierten, etwa Fredrik Öberg oder Ewgeny Dawydow.

Auf der anderen Seite wurde von den Haien bis zum letzten Drittel erstaunlich wenig geboten. Vor allem der aktuelle Toptorjäger der DEL enttäuschte auf dem Eis - auf der Kölner Spielerbank war Alex Hicks dafür agiler. Dort zerlegte der mit sich unzufriedene Kanadier seinen Schläger mit selten zuvor gesehener Akribie. Schiedsrichter Thomas Schurr arbeitete ähnlich gewissenhaft: Nach Rücksprache mit dem Linienrichter gab der Unparteiische das einzige Tor in der regulären Spielzeit zu Recht nicht - Kölns André Faust hatte vor seinem Schuss auf das Berliner Tor ein Foul an Öberg begangen.

Eisbären unterliegen in Krefeld

Im zweiten DEL-Spiel mit Berliner Beteiligung fielen zwar Tore, jedoch mehrheitlich für die Krefelder Pinguine. Im Eisstadion Rheinlandhalle besiegte der Spitzenreiter den EHC Eisbären verdient mit 3:1 (1:0, 2:1, 0:0). Für die Berliner war es bereits die dritte Niederlage in Folge, und wie schon am Sonntag in Iserlohn kassierten sie alle Treffer in Unterzahl. Die ersatzgeschwächten Eisbären konnten den Tabellenführer nie ernsthaft in Gefahr bringen - auch nicht nach Pykas Anschlusstreffer zum 1:2. Zwar spielten die Gäste gut mit, sie kamen jedoch auch im Schlussdrittel, als sie viel Druck machten, nur selten zu klaren Chancen. hgs

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