Sport : No problem

Stefan Hermanns

über Jens Lehmann und eine internationale Verschwörung Jens Lehmann muss sich keine Sorgen machen. Gut, er hat zuletzt bei seinem Verein dreimal nur auf der Bank gesessen. Das ist unter normalen Umständen nicht unbedingt vorteilhaft für einen, der gerne erster Torhüter der deutschen Fußball-Nationalmannschaft werden möchte. Aber Jens Lehmann hat in England auf der Bank gesessen. Und das ist, um es mal landestypisch auszudrücken – no problem vorr se näschenell tihm. Robert Huth schafft es beim FC Chelsea nicht mal mehr auf die Ersatzbank, in der Nationalmannschaft bei Jürgen Klinsmann ist er trotzdem Stammspieler.

Nein, nein, von solchen Kleinigkeiten lassen wir uns gar nicht erst beirren. Wäre ja auch noch schöner, wenn der französische Trainer eines englischen Erstligisten den deutschen Torwartkrieg entscheidet, mit Hilfe eines spanischen Torhüters, der beim FC Arsenal Lehmanns Platz einnehmen durfte. Das riecht doch sehr nach internationaler Verschwörung. In wessen Auftrag handeln Sie, Monsieur Wenger?

Die Welt wird offenbar nervös, jetzt da sich die deutsche Nationalmannschaft wieder zu Tode siegt gegen international renommierte Gegner wie Österreich, Iran und Kamerun. Aber die paar Spiele auf der Bank machen Lehmann nur stärker, zumal ihm diese Momente der Muße zu innerer Einkehr und einer neuen Gelassenheit verholfen haben. Seinen ewigen Rivalen Oliver Kahn hat er gerade als die vielleicht größte Persönlichkeit im deutschen Fußball bezeichnet. Das ist insofern eine ungewöhnliche Erkenntnis, als Jens Lehmann bisher immer den Eindruck erweckt hat, dass für ihn die größte Persönlichkeit im deutschen Fußball Jens Lehmann ist.

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