Sport : Noch ein Problem

Herthas Stürmer Luizao verletzt sich beim 0:0 in Karlsruhe – holt Trainer Meyer Bobic zurück?

Stefan Hermanns

Karlsruhe. Um kurz nach drei am Samstagnachmittag bekam Hans Meyer zu seinen vielen Problemen noch ein weiteres hinzu. Im Strafraum des Karlsruher SC lag Herthas Stürmer Luizao. David del Mel, der Physiotherapeut des Berliner Fußball-Bundesligisten, kümmerte sich um ihn, und nach einiger Zeit signalisierte del Mel Richtung Trainerbank, dass Luizao nicht würde weiterspielen können. Kurz darauf wurde der Brasilianer auf einer Trage aus dem Karlsruher Wildparkstadion gerollt, in dem Hertha BSC gestern im letzten Test vor dem Rückrundenstart nur zu einem 0:0 gegen den Siebten der Zweiten Liga kam. Die erste Diagnose bei Luizao ergab einen Verdacht auf Adduktorenanriss. Sollte sich das bestätigen, würde der Brasilianer Hertha mehrere Wochen lang fehlen.

Es hatte alles ganz harmlos ausgesehen: Fünf Minuten vor der Pause eilte Luizao einem Pass in den Karlsruher Strafraum hinterher, lief an Martin Fischer, dem Torhüter des KSC, vorbei und fiel im Strafraum auf den Rasen. Der Schiedsrichter wedelte mit der Hand, ließ weiterspielen. Doch für Luizao war die Begegnung in diesem Moment beendet. Als er wenig später aus dem Stadion getragen wurde, hielt sich der Brasilianer vor Schmerzen die Hand vors Gesicht.

Sein Trainer könnte nun ein ernstes Sturmproblem bekommen. Am Freitag hatte er Fredi Bobic aus dem Kader für das letzte Testspiel – und damit wohl auch für den Rückrundenstart in Bremen – gestrichen, kurz darauf musste Artur Wichniarek wegen einer Wadenverletzung passen. Meyer aber nominierte nicht etwa Bobic für den Test nach, sondern Nando Rafael. Der Angolaner ist bei Herthas Trainer gesetzt, fehlt seiner Mannschaft allerdings wegen einer Roten Karte in den ersten beiden Spielen der Rückrunde. Um unter realen Bedingungen den Ernstfall zu proben, wollte Meyer in Karlsruhe eigentlich auf Rafael verzichten. Der aber wurde dann für den verletzten Luizao eingewechselt, und auch im Fall Bobic ist eine Wende möglich. Dass der Nationalstürmer in Bremen in die Mannschaft zurückkehrt, „kann durchaus sein“, sagte Meyer, „er hat ja nichts verbrochen“. Herthas Trainer hat sogar die Hoffnung, dass Bobic „demnächst für uns auch wieder eine wichtige Rolle spielt“.

Gegen den KSC hatte Meyer mit Luizao nur eine echte Spitze aufgeboten. Alexander Mladenow und Marcelinho unterstützten ihn wechselweise aus dem Mittelfeld heraus. Gefährlich wurde Hertha mit dieser Variante allerdings nur selten. Vor allem in der zweiten Hälfte, nach dem Ausfall Luizaos, versuchten es die Berliner immer wieder mit Fernschüssen. Die beste Torchance aus dem Spiel heraus hatte dann auch der Zweitligist. Nach einem Ballverlust von Mladenow in des Gegners Hälfte und einem Konter über Saenko kam Conor Casey am Fünfmeterraum vor Marko Rehmer an den Ball. Seinen Schuss parierte Herthas Torhüter Christian Fiedler nach einem großartigen Reflex. Der bisherige Ersatzmann zeigt in solchen Situationen, dass er nicht nur wegen der Verletzung von Gabor Kiraly in Herthas Tor steht.

Fiedler ist einer von denen, an deren Einsatz in Bremen keine Zweifel bestehen. In vielen anderen Fällen sucht Meyer noch nach der idealen Besetzung. Gegen den KSC blieben zunächst Josip Simunic und Pal Dardai auf der Bank. Arne Friedrich rückte in die Innenverteidigung, Alexander Madlung spielte auf der rechten Seite in der Viererkette, und Dick van Burik übernahm in der ersten Halbzeit die Position im defensiven Mittelfeld. Meyer hatte „von der Grundposition her das beste unserer fünf Testspiele gesehen“, allerdings auch, „dass noch eine ganze Menge hapert und vieles nicht rund läuft“. Eine Woche vor dem Rückrundenstart könnte es ein zuversichtlicheres Fazit geben.

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