Sport : Noch ein Prozess gegen Springstein?

Staatsanwaltschaft hat weitere Ermittlungsakten

Friedhard Teuffel

Magdeburg - Dem Prozess gegen den früheren Leichtathletiktrainer Thomas Springstein vor dem Amtsgericht Magdeburg könnte ein weiterer folgen. Das derzeitige Verfahren wegen Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz ist von den Ermittlungen abgetrennt, denn es gibt offenbar weitere belastende Akten gegen Springstein. Dessen Rechtsanwalt Johann Schwenn bestätigte am Montag, Einsicht in diese Akten genommen zu haben, um entlastendes Material für seinen Mandanten zu finden. Um was es sich dabei handelt, war nicht zu erfahren. Staatsanwältin Angelika Lux war gestern zu keiner Stellungnahme bereit. Ihr war von der Verteidigung vorgeworfen worden, die Medien zu instrumentalisieren, um Springstein zu schaden.

Die Staatsanwaltschaft soll der Verteidigung vor Prozessbeginn angeboten haben, das derzeit laufende Verfahren mit einem Strafbefehl abzuschließen, also mit einer Geldstrafe. Die Verteidigung bestand jedoch auf einem Prozess, obwohl Springstein sogar eine Haftstrafe droht.

Am gestrigen vierten Verhandlungstag verlor sich das Verfahren im Dickicht des Prozessrechts. Springstein hatte am Freitag durch seine beiden Verteidiger einen Befangenheitsantrag gegen das Gericht gestellt. Die innere Haltung des Gerichts lasse auf eine Vorverurteilung schließen. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Springstein und seine Anwälte gaben sich jedoch nicht mit der Begründung zufrieden und beantragten abermals, Richterin Astrid Raue und die beiden Schöffen auszutauschen. „Das Ablehnungsverfahren ist ein bisschen schnell abgearbeitet worden“, sagte Rechtsanwalt Schwenn. Am 20. Februar soll die Entscheidung über den zweiten Befangenheitsantrag verkündet werden.

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