Sport : Noch ein Tänzchen

Die Schwedinnen schlagen Australien locker 3:1   und beenden die deutschen Olympiahoffnungen

Leid und Freud.
Leid und Freud.Foto: AFP

Lange währte die Hoffnung der deutschen Fußballfans am Sonntagmittag nicht. Bereits nach elf Minuten zeichnete sich im WM-Viertelfinalspiel zwischen Schweden und Australien ab, dass nach dem Aus im Viertelfinale die nächste Enttäuschung auf die Spielerinnen von Bundestrainerin Silvia Neid wartet. Weil die Schwedinnen frühzeitig in Führung gingen und ihr Spiel gegen Australien mit 3:1 (2:1) gewannen, wird das deutsche Team bei den Olympischen Spielen 2012 in London fehlen. Stattdessen hat sich nun das schwedische Team Europas letzten freien  Olympia-Startplatz erspielt.

Doch die Mannschaft von Trainer Thomas Dennerby hat nicht nur Olympia im Kopf. Sie trifft bei der Frauenfußball-WM nun am Mittwoch im Halbfinale in Frankfurt auf den überraschenden Deutschland-Bezwinger Japan. „Vorher habe ich gedacht, dass wir im Halbfinale auf Deutschland treffen. Jetzt müssen wir halt Japan schlagen“, sagte Thomas Dennerby. Nach dem souveränen Eindruck, den die Schwedinnen bisher bei dieser WM hinterlassen haben, gelten sie auch in diesem Halbfinale als Favoritinnen. „Schweden hat eine sehr gut organisierte und erfahrene Mannschaft, sie haben große Chancen, ins Finale zu kommen“, lobte Australiens Coach Tom Sermanni.

Im Viertelfinale gegen Australien ließen die Schwedinnen von Beginn an kaum einen Zweifel, dass sie an diesem Tag den Weg des Überraschungsteams, das Norwegen ausgeschaltet hatte, beenden würden. Schon nach einigen Minuten eröffnete sich für Stürmerin Lotta Schelin die erste Torchance, die sie noch vergab. In der elften Minute erzielte dann Theresa Sjögran aus acht Metern das Führungstor für die Skandinavierinnen, Australiens Torhüterin Melissa Barbieri hätte ihren Schuss freilich auch halten können.

Als Lisa Dahlkvist per Kopfball auch noch ihren dritten WM-Treffer erzielte, schien das Viertelfinale bereits vorzeitig gelaufen. Doch die Australierin Ellyse Perry machte es nach einer Ecke mit ihrem wunderschönen Fernschuss zum 1:2 in den Torwinkel für die 24 605 Zuschauer im Augsburger Stadion noch einmal etwas spannend. Die Hoffnung währte nur bis kurz nach der Pause.Sieben Minuten nach dem Wiederanpfiff entschied Lotta Schelin das Spiel. Sie nutzte einen kuriosen Rückpass von Innenverteidigern Kim Carroll, die ihr den Ball in den Lauf gespielt hatte, zum 3:1.

Es war der erster Treffer der dunkelhaarigen Schwedin mit den pinkfarbenen Fußballschuhen bei dieser WM. „Das war ein ganz toller und perfekter Tag“, sagte sie. Ihre Mitspielerinnen dürften das nicht anders sehen. Nach dem Schlusspfiff versammelten sie sich wieder im Mittelkreis und verabschiedeten sich mit dem bei dieser WM schon bekannten Tänzchen nach Spielende. Tsp

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