Sport : Noch einmal in die Sauna, bitte!

Benedikt Voigt fordert Verbesserungen für die Tour de Ski der Langläufer

Benedikt Voigt

Bei einem Saunagang im August 2003 ist die Idee entstanden. Jürg Capol, Langlaufdirektor des Internationalen Skiverbandes, schwitzte gemeinsam mit seinem norwegischen Kollegen Vegard Ulvang, und irgendwann zwischen zwei Aufgüssen kam ihnen die entscheidende Eingebung: Man müsste im Winter eine Tour de Ski nach dem Vorbild der Tour de France veranstalten. Vier Jahre später ist diese Idee zwar Wirklichkeit, trotzdem könnte ein weiterer Saunagang nicht schaden. Denn es gibt noch einige Probleme zu lösen.

Um es vorweg zu sagen: Die Idee ist eine gute. Das zeigt sich besonders in der aktuellen Saison, in der es für die Langläufer keine Olympischen Spiele oder Weltmeisterschaften gibt. Sie haben nun die Tour de Ski als Saisonhöhepunkt. Doch bei der Umsetzung hapert es auch im zweiten Jahr. Die Streichung Oberstdorfs aus dem Wettkampfkalender zwei Monate vor dem Start ist ein großer Fehler. In der Einführungsphase, in der es auf Verlässlichkeit und Kontinuität ankommt, erlebt die Tour de Ski zum zweiten Mal ein logistisches Durcheinander. Zwar trägt auch der Deutsche Skiverband mit seiner Finanzkrise eine Portion Schuld daran. Doch dem Internationalen Skiverband ist es nicht gelungen, eine konstruktive Lösung zu schaffen. Nun wird die Hälfte aller Rennen in Nove Mesto gelaufen. Von einer ernst zu nehmenden Tour kann nicht mehr die Rede sein. Eigentlich könnte man gleich alle acht Etappen in Tschechien absolvieren, dann würden die Verbände wenigstens Reisekosten sparen.

Beim Streit mit dem Deutschen Skiverband ist auch deutlich geworden, dass zu viele Agenturen und Verbände bei der Organisation mitmischen. Ein Joint Venture, wie es Jürg Capol vorschlägt, wäre deshalb ein Schritt in die richtige Richtung. Die Tour de France hat auch ihre Betreibergesellschaft. Über diesen Vorschlag sollte daher schleunigst diskutiert werden. Und geschwitzt.

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