"Noch einmal Vollgas" : Volleyball-Coach Vital Heynen kündigt Abschied an

Mit der Verkündung des Abschieds hatte Vital Heynen nach dem Aus in der Olympia-Quali einige Tage gewartet - doch nun ist sicher: Der Deutsche Volleyball-Verband muss sich einen neuen Bundestrainer suchen. Ein letztes Turnier soll Heynen aber noch bestreiten.

Deutschlands Trainer Vital Heynen beim Qualifikationsturnier in Berlin.
Deutschlands Trainer Vital Heynen beim Qualifikationsturnier in Berlin.Foto: dpa

Zwei Wochen nach dem frustrierenden Olympia-Aus hat Volleyball-Bundestrainer Vital Heynen seinen Abschied angekündigt. Der Coach teilte am Montag mit, seinen am 30. September auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern - und womöglich zuvor schon seinen Hut zu nehmen. Die Weltliga im Juni soll zwar das letzte Turnier der Nationalmannschaft unter dem Belgier sein. Er „habe auch kein Problem, meinen Platz schon vorher meinem Nachfolger zu überlassen“, sagte der 46-Jährige. Auf jeden Fall muss der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) nun sowohl für seine Frauen als auch die Männer neue Auswahl-Trainer suchen.

„Auch alles Schöne geht einmal zu Ende“, schrieb Heynen in einer Mitteilung auf der Verbandsseite und garnierte die Aussage mit einem Smiley. Die Sommerspiele von Rio hätten der Höhepunkt für den Mann aus Maaseik werden sollen, aber daraus wurde nach einer dramatischen Niederlage in der Olympia-Qualifikation gegen Polen nichts. Mangelnde Professionalität und fehlende Unterstützung seitens des Verbandes dürften nach Ansicht des Vereinstrainers von Tours VB ihr Übriges getan haben.

Heynen hatte die Volleyballer 2012 als Nachfolger von Raul Lozano übernommen. Er führte Georg Grozer & Co. auf Anhieb zu Olympia in London. Sein größter Erfolg war WM-Bronze 2014. Es war die erste deutsche WM-Medaille nach 44 Jahren. Im Vorjahr siegte das Team bei den ersten Europaspielen in Baku.

Georg Grozer legt eine Pause in der Nationalmannschaft ein

„Wir respektieren den Wunsch von Vital Heynen, sich nach über drei Jahren im Amt nach der diesjährigen World League zu verändern“, wurde Verbandschef Thomas Krohne zitiert. Heynen, der alle seine Maßnahmen und Planungen auf Rio 2016 ausgerichtet hatte, kann sich dank seiner Reputation längst eine lukrativere Nation aussuchen als Deutschland.

„Ich hoffe, dass ich euch allen Klarheit gegeben habe über meine Situation, und ihr könnt alle sicher sein, ich gebe noch einmal Vollgas“, kündigte er vor seiner DVV-Abschiedstour an. In der World League spielen die Volleyballer in diesem Jahr nach Querelen und Finanzproblemen nur in Gruppe drei: Im Juni geht es in zwei Phasen gegen Mexiko, Spanien und Montenegro sowie Katar, Slowenien und Puerto Rico. Das Finale steigt vom 1. bis 3. Juli, der Sieger steigt für 2017 in die Weltliga-Gruppe zwei auf.

Heynen ist nicht die einzige prägende Figur, auf die der DVV künftig verzichten muss. Star-Diagonalangreifer Georg Grozer legt im Alter von mittlerweile 31 Jahren eine Pause in der Nationalmannschaft ein, auch die Zukunft des verletzten Kapitäns Jochen Schöps (32) ist offen. Absehbare sportliche Erfolge der Volleyballer erscheinen angesichts dieses personellen Aderlasses mehr als fraglich.

Auch die deutschen Frauen hatte die Teilnahme an Olympia verpasst. Ob der nur für die Qualifikation verpflichtete Bundestrainer Felix Koslowski neben seinem Vereins-Job beim Erstligisten Schweriner SC in einer Doppelrolle auch Auswahl-Coach bleibt, ist offen. (dpa)

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