Sport : Noch mehr Pech für Peschel

Nach zwei Stürzen in die Klinik

Hartmut Scherzer

Nantes. Es war sein Debüt. Das erste Mal fuhr er bei der Tour de France mit. Und das Ziel lag recht nahe. Nur noch 152 Kilometer bis nach Paris. Für den fünfmaligen Deutschen Meister Uwe Peschel endete aber am vorletzten Tag der Traum von der Zielankunft. Er erreichte beim Zeitfahren bei den Zwischenmessungen lange gültige Bestzeiten, bevor zwei Stürze die Hoffnung auf eine gute Platzierung beendeten.

Ging Jan Ullrichs Malheur noch relativ glimpflich aus, hatten die Stürze bei dem Berliner Peschel üble Folgen. Er zog sich einen doppelten Rippenbruch und eine Verletzung des rechten Lungenflügels zu. Noch am Samstag wurde er im Krankenhaus von Nantes operiert. Peschel, Sechster beim ersten Zeitfahren, wollte zwar unbedingt noch die letzte Etappe fahren, doch der behandelnde Arzt stoppte ihn und seinen Ehrgeiz. „Er kann und darf nicht weiterfahren.“

Peschel im Pech: Gleich zweimal, zuerst nach 30, dann nach 36 Kilometern, war der 34-jährige Zeitfahrspezialist des Teams Gerolsteiner gestürzt, hatte sich eine Rippe doppelt gebrochen. Dennoch hatte er das Rennen unter großen Schmerzen beendet. Im Krankenhaus musste Uwe Peschel stationär behandelt werden. Ein Loch im Lungenflügel erforderte einen Eingriff. „Die Straße ist an einigen Stellen glatt gewesen wie Schmierseife“, sagte Peschel. Trotz des Sturzpechs kam der Team-Olympiasieger von 1992 noch in achtbaren 57:35,74 Minuten ins Ziel.

Vor ihm waren schon die beiden Bianchi-Profis Thomas Liese und Daniel Becke auf die nach den ersten Regenfällen seit drei Wochen aalglatte Piste gegangen. Sie ließen auf den 49 Kilometern von Pornic nach Nantes Vorsicht walten. „Das war super gefährlich. Deshalb bin ich auch nicht bis zum Anschlag gefahren“, sagte Daniel Becke, der 1:03:50,45 Stunden benötigte und damit Letzter des Zeitfahrens wurde. Doch der Vierer-Olympiasieger von Sydney verfolgt sowieso andere Pläne: Er beabsichtigt, bei der Bahnrad-WM in der kommenden Woche in Stuttgart zu starten.

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