Sport : Noch viele Runden bis zum Ziel

Minister Schäuble hält Geld für Rad-WM zurück

Friedhard Teuffel

Berlin - Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble ist zwar guten Willens, die Straßen-Weltmeisterschaft der Radfahrer im September in Stuttgart trotz der Dopingdiskussion zu unterstützen, hält aber weiterhin die öffentlichen Fördermittel in Höhe von 150 000 Euro zurück. Nach dem Gespräch am Montag mit den Präsidenten des internationalen und nationalen Radsportverbandes, Pat McQuaid und Rudolf Scharping, wird Schäuble am Donnerstag eine Delegation aus Stuttgart mit Oberbürgermeister Wolfgang Schuster in seinem Ministerium empfangen. Ein Sprecher des Ministeriums sagte, die Entscheidung über die Auszahlung werde Schäuble nur zusammen mit dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Stuttgart treffen.

In einem Gespräch mit dem Tagesspiegel hatte Schäuble gesagt: „Über den Berg ist die Rad-WM noch lange nicht. Ich phantasiere jetzt mal: Vielleicht kommt man ja sogar zu der Erkenntnis, dass man für einen Neuanfang eine spektakuläre Absage braucht.“ Nach dem Gespräch am Montag war der deutsche Radsport-Präsident Scharping jedoch zuversichtlich, dass die Veranstaltung stattfindet – mit Fördermitteln des Bundesinnenministeriums.

Noch müssen allerdings die am Montag vereinbarten Maßnahmen umgesetzt werden. Dazu gehören neben mehr und überraschenderen Kontrollen – auch von Blutprofilen – eine Anti-Doping-Ehrenerklärung, die alle Teilnehmer der Weltmeisterschaft unterschreiben müssen. Ob diese Maßnahmen umgesetzt werden, soll eine Steuerungsgruppe überwachen, der Vertreter der Radsportverbände, aber auch der Nationalen und der Welt-Anti-Doping- Agentur angehören. Eine schnelle Freigabe der Fördermittel durch das Bundesinnenministerium ist weiterhin nicht zu erwarten. Dopingfälle bei der laufenden Tour de France, gerade von deutschen Spitzenfahrern, könnten die Fördermittel und vielleicht sogar die Weltmeisterschaft insgesamt noch einmal infrage stellen. „Es ist eine dynamische Entwicklung“, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Friedhard Teuffel

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