Nordische SKi-WM : Deutsche Kombinierer holen WM-Silber

Die deutschen Nordischen Kombinierer haben den WM-Titel im Teamwettbewerb knapp verpasst. Johannes Rydzek, Eric Frenzel, Björn Kircheisen und Tino Edelmann wurden Zweite nach dem Springen und der 4 x 5-Kilometer-Staffel.

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Packendes Finale. Auf den letzten Metern siegt der Österreicher Mario Stecher (rechts) vor Tino Edelmann. Foto: dpa
Packendes Finale. Auf den letzten Metern siegt der Österreicher Mario Stecher (rechts) vor Tino Edelmann.Foto: dpa

Die Sonne über dem Holmenkollen war ausgesprochen pünktlich. Um 15.44 Uhr hatte sie auch die letzten Nebelwolken über der WM-Stätte am Oslofjord durchbrochen, und um 15.47 Uhr endete das kleine Wintersportdrama zwischen den Nordischen Kombinierern aus Österreich und Deutschland. 20 Kilometer hatten die vier Läufer beider Nationen insgesamt jeweils zurückgelegt. Mit ihrem dritten Starter Felix Gottwald konnte das Team aus Österreich die zeitliche Lücke aus dem Vormittags-Springen zum führenden deutschen Quartett schließen – und siegte schließlich in einem mitreißenden Finish, das sich die Schluss-Kandidaten Mario Stecher (Österreich) und Tino Edelmann (Deutschland) lieferten.

Die norwegische Sonne blinkte dazu, und eine Viertelstunde nach dem haarscharf verpassten Gold stapfte Hermann Weinbuch von seinem Hügel über der Langlauf-Arena Richtung Zielraum. Dann trat sich der Bundestrainer der deutschen Kombinierer noch kurz den Schnee von den Schuhen und ordnete die Bedeutung des frisch errungenen Edelmetalls ein. „Wenn wir mit einer Silbermedaille nicht zufrieden sind, sind wir hier fehl am Platz“, erklärte der 49-Jährige und resümierte zur WM-Halbzeit: „Zwei Wettbewerbe, drei Medaillen – wenn mir das einer vor zwei Wochen gesagt hätte, hätte ich ihn für verrückt erklärt.“

Ein wenig Enttäuschung schwang aber auch mit. Schließlich hatte das Team, nach dem Springen Zweiter hinter Frankreich, einen Vorsprung von 36 Sekunden auf die da noch viertplatzierten Österreicher mit in die Loipe genommen. Doch während der erst 19-jährige Startläufer Johannes Rydzek den Rückstand auf die Franzosen rasch wettgemacht hatte und als Führender an den Teamkollegen Eric Frenzel übergab, rückten die Österreicher den Deutschen immer näher.

„Es war ein schönes Gefühl, als Erster zu übergeben. Aber jetzt ist das große Zittern angesagt“, sagte der Oberstdorfer Schüler Rydzek in weiser Voraussicht, nachdem er sein Pensum erfolgreich absolviert hatte. Am Ende führte das Zittern nach dem Doppelsieg von Frenzel und Edelmann im ersten Einzel am Samstag nicht ganz zum Traumergebnis.

Den rasanten Formanstieg seines Teams weiß Edelmann einzuordnen. „Ich weiß nicht, ob man von einer neuen Ära sprechen sollte. Mit Leuten wie Ronny Ackermann hatten wir schon immer gute Ergebnisse bei Weltmeisterschaften.“ Und Trainer Weinbuch erkannte angesichts der jüngsten Erfolge seine Aufgabe für die ausstehenden zwei Wettkämpfe in Oslo schnell. „Wir müssen zusehen, dass wir die Jungs jetzt hungrig halten.“

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