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Nordische Ski-WM : Frenzel und Rydzek holen nächste Goldmedaille

Bei der Weltmeisterschaft in Lahti gewinnen die deutschen Kombinierer den nächsten Titel. Eric Frenzel und Johannes Rydzek siegen im Teamsprint.

Eric Frenzel und Johannes Rydzek beim Wechsel im Teamsprint.
Eric Frenzel und Johannes Rydzek beim Wechsel im Teamsprint.Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Johannes Rydzek riss nach seinem Sturmlauf in die Geschichtsbücher jubelnd die Fäuste in den Abendhimmel von Lahti, dann fiel er seinem Kollegen Eric Frenzel mit einem lauten Schrei um den Hals. „Das ist immer noch unbegreiflich“, sagte Rydzek nach dem Triumph im Teamsprint der Nordischen Kombinierer vor Norwegen und Japan.

Als erster Winterzweikämpfer schaffte es der Rekordweltmeister, der seinen insgesamt sechsten Titel gewann, bei seinen vier WM-Starts in Lahti viermal auf das oberste Treppchen - ein Rekord. „Das werde ich nie mehr erleben. Ich bin sehr ergriffen. Es war so ein geiles Rennen“, jubelte Bundestrainer Hermann Weinbuch. Für den Vater des Erfolges war es schon das 15. Gold bei WM und Olympia.

Schon vor dem Final-Wochenende haben die DSV-Asse in Lahti damit das beste deutsche WM-Ergebnis der Geschichte eingefahren. Mit sechsmal Gold, dreimal Silber und zweimal Bronze wurde der WM-Rekord der DDR aus dem Jahr 1974 in Falun, als es fünfmal Gold und sechsmal Silber gab, übertroffen.

Den größten Anteil daran hatte Rydzek, der in einem dramatischen Rennen die Nerven behielt. In der letzten Kurve setzte der Oberstdorfer im Duell mit dem Norweger Magnus Krog zu einem gewagten Überholmanöver an, weil vor dem Spitzenduo plötzlich ein überrundeter Läufer auftauchte. „Ich hatte Angst wegen des Überrundeten, aber auf Johannes kann man vertrauen. Er hat das wieder weltmeisterlich gemacht“, lobte Frenzel seinen Teamkollegen. „Ich bin sehr glücklich, mit so vielen Medaillen nach Hause zu fahren.“

Weinbuch war ebenfalls angetan von der taktischen Meisterleistung. „Richie ist so cool, der macht momentan alles richtig. Er hatte den Punsh und die Power, das am Ende zu entscheiden“, lobte der Bundestrainer

Nach dem Springen hatte das DSV-Duo noch 16 Sekunden hinter Frankreich auf Rang zwei gelegen. In der Loipe fand sich schnell eine Fünfergruppe, die erst auf der vorletzten Runde durch den Norweger Magnus Moan gesprengt wurde. Nur Frenzel konnte der Attacke folgen, so dass es zum Showdown um Gold kam. „Es war ganz schön spannend. Aber ich wusste, dass ich gut drauf bin“, sagte Rydzek. „Es ist geil, mit Eric oben zu stehen.“

Mit sechsmal Gold, dreimal Silber und einmal Bronze führt Rydzek die ewige Bestenliste nun vor Frenzel (5/5/2) und dem Norweger Bjarte Engen Vik (5/3/0) an. Frenzel hat mit nunmehr zwölf Medaillen gemeinsam mit Björn Kircheisen (1/8/3) das meiste Edelmetall bei Weltmeisterschaften gewonnen. Weinbuch bilanzierte daher stolz: „Wir sind in jedes Rennen gegangen, um Gold zu gewinnen. Aber das muss man erst mal schaffen.“ (dpa)

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