Sport : Normal ist nicht normal

Benedikt Voigt

Am Wochenende haben sich einige Wintersportler äußerst seltsam verhalten. Das kurioseste Beispiel gaben die schwedischen Langlauf-Brüder Thobias und Mathias Frederiksson ab. Sie verschmähten die zahlreichen luxuriösen Übernachtungsmöglichkeiten im Allgäuer Kurort Oberstdorf und zogen es vor, mit der Seilbahn auf das Nebelhorn zu fahren. Dort übernachteten sie in einer Hütte auf knapp 2000 Metern Höhe. Zum Weltcuprennen mussten sie mit der Seilbahn zurück ins Tal fahren.

Seltsam mutet auch das Verhalten des deutschen Kombinierers Ronny Ackermann an. Er liegt im Weltcup hinter dem Finnen Hannu Manninen auf Rang zwei, doch anstatt beim Weltcup in Harrachov um weitere Punkte zu kämpfen, legt er einfach eine Pause ein. Und trainiert. Oder der Langläufer Axel Teichmann. Der klassische Sprint ist nicht seine Domäne, manchmal startet er gar nicht in dieser Disziplin. Gestern aber war er richtig eifrig, in Oberstdorf in die Loipe zu gehen. Für alle diese Verhaltensweisen gibt es nur eine einzige Antwort: Die Olympischen Winterspiele von Turin sind nahe.

So wollten die Brüder Frederiksson ihre Körper an die Höhenlage in Pragelato gewöhnen, wo die olympischen Langlaufwettbewerbe stattfinden. Ackermann hingegen arbeitete an seiner Schwäche im Skispringen, Weltcuppunkte sind dabei nachrangig. Und Teichmann versuchte, nach mehreren Krankheiten so viele Rennen wie nur möglich zu bestreiten, um Wettkampfhärte zu erlangen. Alle Wintersportler werden sich wohl erst ab dem 10. Februar wieder normal verhalten. Wenn die Olympischen Winterspiele von Turin beginnen.

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