Sport : Notwendige Härte

Benedikt Voigt

erklärt, warum sich Bremen mit seinen Spielern stritt Ist das nicht gemein von Werder Bremen? Der deutsche Fußballmeister 2004 stritt sich gestern mit seinen Profis über die Höhe der Punkteprämie für die vergangene Saison, obwohl diese Spieler dem Klub einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte bescherten. Müssten Werders Verantwortliche nicht dankbar sein und den Titel finanziell reichlich belohnen? Sie müssen nicht.

Mit 700 Millionen Euro sind die 36 Klubs der ersten und zweiten Bundesliga verschuldet. Eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young ergab, dass einige Bundesligavereine unmittelbar von der Insolvenz bedroht sind. Besonders die Finanzsituation von Borussia Dortmund gilt als abschreckendes Beispiel. Um Schulden abzubauen, empfehlen die Wirtschaftsprüfer den Klubs alternative Finanzierungsformen und die Reduzierung der Ausgaben für den Spielbetrieb. Genau das hat Werder Bremen gerade erledigt.

Die Bremer stehen in dem Ruf, besonders konservativ zu wirtschaften. Gelegentlich werden sie deshalb belächelt, nach dem Weggang Ailtons sogar verlacht. Doch die finanzielle Zurückhaltung hat einen Vorteil: Der Klub ist schuldenfrei. Borussia Dortmund ging nach dem Champions-League-Erfolg 1997 großzügig auf Einkaufstour, Werder Bremen hingegen senkte in zähen Verhandlungen mit den Spielern die Prämie für die insgesamt 74 Punkte. Statt 2000 Euro pro Punkt zahlt der Verein seinen Spieler für die Saison 2003/2004 nur 1500 Euro. Eine Maßnahme, die gegenüber den Spielern nicht gerade freundlich ist. Aber notwendig.

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