Sport : Notwendige Zurückhaltung

Hellmut Krug

Beim Spiel Hertha – Dortmund erzielte der Dortmunder Alexander Frei nach einem Pass von Christoph Metzelder ein Tor. Frei hatte zuvor zu Assistent Walter Hofmann geblickt, um sich zu vergewissern, dass er nicht im Abseits steht. Hofmann ließ die Fahne unten. Trotzdem gab Schiedsrichter Peter Sippel, in Absprache mit Hofmann, den Treffer wegen Abseits nicht. Hat der Assistent gepatzt, Herr Krug?

Auf keinen Fall, er hat sich richtig verhalten. Denn die Entscheidung, ob abseits vorlag, konnte in diesem Fall der Assistent allein nicht sofort treffen. Die entscheidende Frage war: Hatte nach Metzelders Pass der Dortmunder Smolarek den Ball mit dem Kopf noch verlängert? Wenn ja, war Frei im Moment der Kopfballverlängerung im Abseits. Hofmann konnte wegen der großen Entfernung zu Smolarek nicht sicher sein, dass eine Kopfballverlängerung vorlag. Hätte Smolarek den Ball nicht berührt, wäre Freis Treffer regelgerecht gewesen. Die Frage der Kopfballverlängerung konnte nur Schiedsrichter Sippel beantworten. Sippel seinerseits konnte nicht beurteilen, ob Frei im Abseits stand.

Sippel konnte daher nicht sofort unterbrechen, und Hoffmann konnte nicht sofort die Fahne heben. Denn ein Pfiff auf das Fahnenzeichen hätte den Erfolg versprechenden Angriff gestoppt. Hätte sich dann herausgestellt, dass Smolarek den Ball doch nicht berührt hatte, wäre dies eine krasse Fehlentscheidung gewesen. Daher mussten Assistent und Schiedsrichter das Spiel zunächst weiterlaufen lassen und konnten sich erst nach dem Tor absprechen. Beide Informationen zusammen, Kopfballverlängerung durch den Schiedsrichter erkannt, und Abseits im Moment der Kopfballverlängerung, führten zum richtigen Urteil: abseits.

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