Nowitzki favorisiert : Deutschland sucht den Fahnenträger

Kurz vor der Eröffnungsfeier sind die Spekulationen über den Athleten, der mit der deutschen Fahne ins Nationalstadion einmarschieren wird, in vollem Gange. Einige Funktionäre sich haben jetzt, vor der Entscheidung am 6. August, für den Basketballstar Nowitzki ausgesprochen.

Deutschland sucht den Fahnenträger für die 29. Olympischen Spiele in Peking. Acht Tage vor der Eröffnungsfeier am 8. August sind die Spekulationen über den Athleten, der mit der schwarz-rot-goldenen Flagge ins Nationalstadion einmarschieren wird, voll im Gange. „Es soll eine Auszeichnung und Anerkennung sein“, sagte der Chef der Mission, Michael Vesper, am Donnerstag. „Wir werden rechtzeitig bis zum 6. August eine Entscheidung treffen.“ Heißester Anwärter ist Basketball-Superstar Dirk Nowitzki, für den seine Fans sogar eine Unterschriftenaktion im Internet gestartet haben. „Das hat keinen Hautgout“, findet Vesper nichts an dieser ungewöhnlichen Werbung und lobte den 30-jährigen Multi-Millionär vom NBA-Club Dallas Mavericks für seine positive Einstellung zum weltgrößten Sportspektakel: „Es ist in der Tat ein Bekenntnis zur olympischen Idee.“ Bei der Internet-Abstimmung für Nowitzki haben schon 4100 Fans für ihn als Fahnenträger votiert. Der deutsche Ober-Olympier Thomas Bach hatte ihn bereits nach der Last-Minute-Qualifikation der deutschen Basketballer als „idealen Botschafter für die gesamte Mannschaft“ gelobt.

Der 2,13 Meter lange Athlet gab sich vor seiner Olympia-Premiere in einem Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zurückhaltend: „Für mich ging es darum, dort mal einzumarschieren. Ob ich da jetzt eine Flagge in der Hand halte oder nicht, ist für mich erst einmal nicht so entscheidend.“ Reizen würde ihn die ehrenvolle Aufgabe aber schon. „Wenn ich gefragt werde, dann wäre das super und eine große Ehre. Aber wenn nicht, dann wäre das auch in Ordnung.“ Die Lösung Nowitzki hätte besonderen Charme, verdient hätten die Auszeichnung aber andere womöglich mehr. An erster Stelle steht dabei Kathrin Boron. Die Ruderin nimmt zum fünften Mal seit 1992 an Olympischen Spielen teil und gewann vier Goldmedaillen. Auch der Schütze Ralf Schumann legt in Peking zum sechsten Mal an und hat bisher drei Goldmedaillen geschossen.

Einige sportliche Meriten können auch Timo Boll (Tischtennis) und Britta Heidemann (Fechten) vorweisen. Beide gehören zudem zu den bekanntesten deutschen Sportlern in China. In den Mannschafts- Sportarten gibt es neben Nowitzki noch weitere Vorzeigeathleten, wie die Handball-Weltmeister Henning Fritz und Christian Schwarzer sowie Birgit Prinz im Weltmeister-Team
der Fußball-Frauen.

Prophylaktisch abgesagt hat dagegen bereits Turn-Ass Fabian Hambüchen, der einen Tag nach der Eröffnungszeremonie im Vorkampf antreten muss: „Es ist geradezu dämlich, sechs Stunden bei der Eröffnung herumzustehen. Da gilt meine ganze Konzentration dem Vorkampf.“ Auch Ausnahme-Kanute Andreas Dittmer kann die Rolle nicht übernehmen, weil er erst am 12. August in China eintrifft.

Vor vier Jahre war Springreiter Luger Beerbaum der deutsche Fahnenträger gewesen, 2000 in Sydney trug die Kanutin Birgit Fischer die Flagge und 1996 in Atlanta der Degenfechter Arnd Schmitt. Bisher als einzige Mannschafts-Sportlerin war 1980 in Moskau der damaligen DDR-Handballerin Kristina Richter diese Ehre zu Teil geworden. (dpa)

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