Sport : Nowitzki spürt den Aufschwung

Nach zwei Niederlagen und einem Sieg mit Dallas zum Start der NBA-Play-offs glaubt er an die Wende

Dallas/Frankfurt am Main - Die Kritik war vernichtend und auch Superstar Dirk Nowitzki blieb von der Häme der US-Medien nicht verschont. Von einem „Verlierer-Team“, das seine beste Zeit auch noch hinter sich hat, sprachen die Experten. Nowitzkis Schimpftiraden während der zweiten Niederlage gegen die New Orleans Hornets am Mittwoch wurden als Beleg dafür gesehen, dass es im Team des Vizemeisters von 2006 nicht stimmt. Und angesichts der erneut drohenden Erstrundenniederlage in den Play-offs der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA geriet auch Trainer Avery Johnson in die Schusslinie.

Doch all diejenigen, die die Mavericks bereits frühzeitig abgeschrieben hatten, wurden am Freitag eines Besseren belehrt. Mit einem 97:87-Sieg kämpften sich Nowitzki und seine Mitspieler in die Serie zurück und hielten ihre Titelträume damit zumindest vorerst am Leben. „Wir brauchten diesen ersten Sieg unbedingt, um in die Serie hineinzukommen“, sagte Nowitzki. Dallas musste im dritten Viertel allerdings eine Schrecksekunde überstehen, als der deutsche Nationalspieler nach einem Schlag an den Kopf zu Boden ging. Den Fans stockte der Atem, doch Nowitzki rappelte sich auf und verwandelte danach vier Freiwürfe in Serie sowie einen Sprungwurf.

Spiel vier fand in der Nacht zum Montag erneut in Dallas statt. Allen voran Nowitzki führte sein Team im ausverkauften American Airlines Center mit 32 Punkten zum erste Play-off-Sieg des Jahres. Noch beeindruckender war jedoch seine Quote von 19 Rebounds - nur vier weniger als bei seiner bisherigen Rekordmarke. Zudem steuerte der Würzburger sechs Assists zum ersten Dallas-Sieg bei und war zusammen mit Jason Terry damit auch bester Vorlagengeber.

„Ich spüre, dass ich immer besser in Schwung komme“, meinte der deutsche Nationalspieler, der vor dem Spiel mehr Elan von seinen Teamkollegen gefordert hatte. Besonders Terry schien sich die Worte seines Kapitäns zu Herzen genommen zu haben, der 30-Jährige war mit 22 Punkten zweitbester Werfer. 18 Zähler steuerte Josh Howard zum wichtigen Erfolg bei, doch der Forward war nicht deshalb in aller Munde. Vielmehr hatte Howard vor dem Spiel in einem Radio-Interview den Konsum von Marihuana in der Sommerpause zugegeben und zudem noch erklärt, der Gebrauch von Cannabis sei in der NBA keine Seltenheit.

„Der Zeitpunkt war nicht glücklich. Vor diesem so wichtigen Spiel wollten wir eigentlich über andere Dinge reden“, kritisierte Coach Avery Johnson seinen Spieler. Dennoch ließ er Howard 43:10 Minuten auf dem Parkett. Auch Club-Boss Mark Cuban wollte das Fehlverhalten des Akteurs nicht an die große Glocke hängen. „Wir regeln das mit Josh, aber nicht in der Öffentlichkeit. Damit ist das Thema erledigt.“ Die „Mavs“ ließen sich von dem Wirbel nicht beirren. Aggressiver, engagierter und konzentrierter als in den beiden Partien in New Orleans gingen die Gastgeber zu Werke und ließen die Hornets-Stars Chris Paul und David West nicht ins Spiel kommen. Paul, bislang der überragende Spieler der Serie, kam dieses Mal nur auf 16 Zähler. Bei den Gästen ragte diesmal Ersatzspieler Jannero Pargo mit 30 Punkten heraus.

„Dallas hatte die Mentalität eines siebten Spiels, wir die eines Spiels drei“, kritisierte New Orleans' Trainer Byron Scott. Nowitzki war dagegen zufrieden. „Wir brauchten diesen ersten Sieg unbedingt, um in die Serie hineinzukommen“, meinte der 29-Jährige. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben