Sport : Nowitzkis Entdecker in U-Haft Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung

Benedikt Voigt

Berlin - Seine Visitenkarte ist legendär. „Institut für angewandten Unfug“ liest man darauf, daneben sieht man den Kopf von Albert Einstein und einen Namen: Holger Geschwindner. Der ehemalige Basketball-Nationalspieler hat sich die Karte anfertigen lassen, weil vor Jahren seine Methoden im Training mit dem Basketball-Talent Dirk Nowitzki als „Unfug“ bezeichnet wurden. Die Zeit aber hat ihm Recht gegeben, Nowitzki zählt zu den besten Basketballern der Welt, und die Visitenkarte ist Holger Geschwindners Art, sich an den Kritikern von einst zu rächen. Nun stellt sich allerdings die Frage, ob er nicht doch zu viel Unfug getrieben hat.

Holger Geschwindner sitzt seit Mittwoch in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht Hof hat gegen den 59-Jährigen ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung eingeleitet. Am Montag wurden bei ihm Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt, am Dienstag suchten Fahnder auch in Nowitzkis Elternhaus in Würzburg nach belastendem Material. Weitere Auskünfte gibt die Staatsanwaltschaft nicht und verweist auf das Steuergeheimnis.

Streitpunkt soll die Gültigkeit eines Vertrages aus dem Jahr 1996 zwischen Holger Geschwindner und Dirk Nowitzki sein. Der Basketballstar, der sich derzeit in Würzburg aufhält, wollte sich gestern nicht äußern, seine Mutter Helga sagte gegenüber der „Mainpost“: „Wir halten zu Holger, und gehen davon aus, dass der Verdacht purer Schwachsinn ist.“

Nowitzki ist nach dem Formel-1-Fahrer Michael Schumacher der bestverdienende Sportler Deutschlands. Sein Sechsjahresvertrag bis 2007 mit dem NBA-Klub Dallas Mavericks bringt ihm 79 Millionen Dollar ein, hinzu kommen Sponsorenverträge. Holger Geschwindner ist seit 1995 Nowitzkis Trainer, Mentor und Manager, das finanzielle Verhältnis zwischen beiden ist unklar. „Ich bekomme von Dirk Nowitzki keinen Cent“ hat Geschwindner stets betont. Mehrmals pro Jahr fliegt der Mathematiker nach Dallas, um Nowitzki zu betreuen. „Sogar diese Flüge zahle ich selber“, sagte Geschwindner. Ob das stimmt, wird nun untersucht.

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