Nürnberg - Bremen : Nürnberg und Bremen trennen sich 1:1

In der kuriosen Wasserschlacht von Nürnberg hat Werder Bremen trotz einer roten Karte für Tim Wiese und über 70 Minuten Unterzahl durch ein 1:1 zumindest bis Sonntag die Tabellenspitze erobert.

Ausgerechnet Mehmet Ekici (l.) erzielte den Führungstreffer für die Gäste. In der vergangenen Saison spielte der Türke noch für die Nürnberger.
Ausgerechnet Mehmet Ekici (l.) erzielte den Führungstreffer für die Gäste. In der vergangenen Saison spielte der Türke noch für...Foto: dapd

In einem wegen eines Wolkenbruchs teilweise irregulären Spiels mit einer der längsten Halbzeitpausen der Geschichte blieben die Gäste beim 1:1 (1:0) beim 1. FC Nürnberg zum vierten Mal in Serie ohne Niederlage. Das Tor für die Gäste erzielte ausgerechnet der Ex-Nürnberger Mehmet Ekici nach 23 Minuten. Nach 62 Minuten erzielte Philipp Wollscheid per Kopf den Ausgleich. „Die Mannschaft hat alles probiert, großes Lob. Am Ende hat der Regen den Bremern in die Karten gespielt“, resümierte Nürnbergs Trainer Dieter Hecking. Am Sonntag kann der FC Bayern mit einem Remis bei Schalke 04 noch an Werder vorbeiziehen.

43.121 Zuschauer erlebten in Nürnberg ein Spiel für die Geschichtsbücher, in dem erst Nationaltorhüter Tim Wiese und dann unglaubliche
Wetterkapriolen die Hauptrolle spielten. Im beginnenden Regenguss wollte Wiese nach 16 Minuten einen Ball vor dem Strafraum abfangen, doch das nasse Spielgerät rutschte ihm über den Fuß. Christian Eigler spritzte dazwischen, Wiese hielt ihn als letzter Mann fest und bekam die Rote Karte. „Fakt ist, dass wir uns mal wieder selbst die größten Probleme gemacht haben“, sagte Bremens Trainer Thomas Schaaf. Schiedsrichter Jochen Drees pfiff dabei jedoch den Vorteil ab, der Treffer von Jens Hegeler zählte nicht.

Bei Bremen musste Marko Arnautovic raus, für ihn kam Ersatzkeeper Sebastian Mielitz.

Das war jedoch nur der erste Akt eines Schauspiels, in dem Werder Bremen nach dem einzigen gelungenen Spielzug in der ersten Hälfte in Unterzahl in Führung ging. Claudio Pizarro bediente Ekici mit einem genialen Pass, der den Ball eiskalt ins Tor schlenzte. „Es ist schön, wieder hier in Nürnberg zu spielen; noch schöner ist nur noch, dass ich auch getroffen habe“, schmunzelte Ekici. Danach übernahmen die grauen Gewitterwolken die Hauptrolle. Der Regen wurde immer stärker, es hagelte, schnell stand der Rasen unter Wasser. Es gab groteske Szenen: Der Ball blieb in den Pfützen liegen, Spieler rutschten im Aquaplaning über den Rasen. An ein reguläres Fußballspiel war nicht mehr zu denken.

Plötzlich schien wieder die Sonne, doch der Referee verlängerte wegen des auf den Platz stehenden Wassers trotzdem die Halbzeitpause um fast 20 Minuten. Erst sollte um 16.42 Uhr angepfiffen werden, dann gab es noch einmal acht Minuten mehr Pause, und 16.50 Uhr ging es dann schließlich weiter. Auf dem nun wieder bespielbaren Geläuf rannte Nürnberg fast verzweifelt an - allerdings ohne rechtes Konzept. Bremen blieb bei seinen Konter-Nadelstichen gefährlich, nach 50 Minuten schoss Clemens Fritz freistehend nur knapp vorbei.
Dann leitete eine Ecke von Markus Feulner das 1:1 ein.

Den bislang einzigen Regenabbruch in der Geschichte der Bundesliga hatte es am 11. April 2008 ebenfalls in Nürnberg gegeben - und auch noch mit dem gleichen Schiedsrichter. Damals beendete Drees das Spiel gegen den VfL Wolfsburg beim Stand von 1:0 für den Club zur Pause. Es wurde später wiederholt.

Vor dem Spiel war Club-Urgestein Andreas Wolf von den Nürnbergern verabschiedet worden, dessen Vertrag im Sommer nach 14 Jahren nicht verlängert wurde und der zum Gegner nach Bremen gewechselt war. Neben den mit Sprechchören von den FCN-Fans gefeierten Wolf war in Ekici noch ein zweiter Ex-Nürnberger im grün-weißen Dress aufgelaufen. Er ersetzte Marko Marin, der wegen Leistenproblemen passen musste. (dapd)

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