Nürnberg - Dortmund 1:1 : Der Vulkan Klopp ruht

Ohne Eruptionen: Borussia Dortmunds B-Elf spielt nur 1:1 beim Club in Nürnberg. Trainer Jürgen Klopp hält sich diesmal allerdings zurück.

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Leises Brodeln: BVB-Trainer Jürgen Klopp in Nürnberg. Foto: AFP
Leises Brodeln: BVB-Trainer Jürgen Klopp in Nürnberg.Foto: AFP

Die wichtigste Nachricht vorweg: Jürgen Klopp verbrachte 90 Spielminuten beim 1:1 (1:0) seiner Dortmunder in Nürnberg auf der Trainerbank. Besondere Vorkommnisse waren nicht zu verzeichnen – abgesehen vom ersten Dortmunder Punktverlust im sechsten Ligaspiel nach den Toren von Marcel Schmelzer per Freistoß und dem Ausgleich von Per Nilsson. Für Klopp und den BVB kam also, obwohl der Trainer dieses Mal alle Prüfungen bewältigte, kein perfekter Tag heraus. Und das nach der bisher überaus kurios verlaufenen Woche. Klopp war beim 1:2 in der Champions League beim SSC Neapel auf die Tribüne geschickt worden, nachdem er den vierten Offiziellen anging – oder wie Klopp es selbst ausdrückte „den Affen machte“. Die Bilder eines unkontrolliert tobenden Klopp gingen um die Welt. Klopp entschuldigte sich für seinen Ausraster, musste sich aber als „Vulkan von Dortmund“ spöttische Kommentare und eine Ermahnung des Bundes Deutscher Fußballlehrer gefallen lassen. Genüsslich wurden in vielen Zeitungen die einzelnen Strafmandate des „Wiederholungstäters“ Klopp aufgelistet.

In Nürnberg kam Klopp erst kurz vor Spielbeginn aus der Kabine und schien gut auf den Ansturm vorbereitet. Dutzende Fotografen und Kamerateams begleiteten seinen Weg. Nur einmal kam es in Hälfte eins zu einem ernsten Gespräch mit dem Vierten Offiziellen Christoph Bornhorst, als Klopp wechseln wollte, dies aber nicht möglich war.

Die personellen Probleme, mit denen Klopp ins Spiel gehen musste, können kaum zur Besänftigung des BVB-Coaches beigetragen haben. In Neapel hatte Innenverteidiger Mats Hummels die schwarz-gelbe Verletztenliste erweitert. In Nürnberg konnte immerhin als Ersatz der Grieche Sokratis aktiviert werden. Torwart Roman Weidenfeller war trotz seines Platzverweises in der Champions League in der Bundesliga spielberechtigt. Als auch Marco Reus zur Pause verletzt raus musste, und sich zu Marvin Ducksch und Erik Durm Jonas Hofmann gesellte, war die B-Elf des BVB perfekt.

Daran, dass die Partie in Nürnberg für die Westfalen eine besondere Prüfung sein würde, hatte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc keinen Zweifel gelassen. „Das wird eine Herausforderung. Wir müssen sofort in der Liga 100 Prozent konzentriert sein“, so Zorc. Das gelang dem BVB gegen einen Gegner, der sich erst nach der Pause mutiger wurde, nicht immer.

Weidenfeller musste vor 50.000 Zuschauern in der Nürnberger Arena eine Chance von Mike Frantz über die Latte lenken. Pierre-Emerick Aubameyang vergab die nächste BVB-Chance in einer Partie, die viele Zweikämpfe im Mittelfeld und kaum Torraumszene bot, bis Marcel Schmelzer in der 37. Minute einen umstrittenen Freistoß verwandelte. Bei Nilssons Ausgleich nach dem Seitenwechsel schien die BVB-Abwehr nicht unbedingt Herr der Lage. In Hälfte zwei rettete Nürnbergs Torwart Raphael Schäfer gegen Duksch in letzter Sekunde.

Als Fazit bleibt von der Dortmunder Dienstreise nach Nürnberg: Die Dortmunder Mannschaft tat sich in ihrer ungewohnten Formation schwerer als ihr Trainer draußen auf seinem Sitz, der erst in der Schlussphase an der Seitenlinie auftauchte als der BVB noch einige Chancen besaß. Beinahe hätte sich Jürgen Klopp aber doch noch heftig ärgern müssen: Alex Esswein vergab kurz vor dem Abpfiff nach einem Konter die Siegchance für den FCN, sein Schuss strich knapp über die Latte.

Die 1000 Gesichter des Jürgen Klopp
Aufwärmen vor dem internationale Schaukampf: Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp auf der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Spiel gegen den SSC Neapel. Nuri Sahin schaut zwar etwas skeptisch, kann seine Bewunderung aber nicht verbergen. Foto: AFPWeitere Bilder anzeigen
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15.04.2015 17:34Aufwärmen vor dem internationale Schaukampf: Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp auf der Pressekonferenz vor dem...

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