Nürnberg - Hamburg 2:0 : HSV enttäuscht in Nürnberg

Ohne Sammer und mit van Nistelrooy verliert der HSV in Nürnberg mit 2:0. "Nürnberg kann auch ein bisschen Fußball spielen", sagt Nationalspieler Heiko Westermann nach der ersten Niederlage in der Rückrunde.

Der "Club" jubelt, der HSV verblasst.
Der "Club" jubelt, der HSV verblasst.Foto: dpa

Das Durcheinander beim Hamburger SV hat sportlich erste Spuren hinterlassen. Mit dem 0:2 (0:0) am Samstag beim 1. FC Nürnberg ging die Mannschaft von Trainer Armin Veh nach zuletzt drei Siegen in Folge in der Fußball-Bundesliga und einer enttäuschenden Vorstellung erstmals wieder als Verlierer vom Platz. Der erhoffte Anschluss an die Europapokalplätze ist erst einmal verpasst.

Timmy Simons in der 59. Minute per Foulelfmeter und Almag Cohen (70.) erzielten vor 36.202 Zuschauern mit ihren ersten Saisontreffern die Tore für den "Club", der vier Tage nach dem bitteren Pokal-Aus "auf Schalke" den ersten Rückrundensieg feierte. Der HSV verlor neben den Punkten auch Abwehrchef Gojko Kacar, der in der 69. Minute nach einer Notbremse die Rote Karte sah.

Nach dem "Sammer-Theater" und dem Knatsch um den abwanderungswilligen Ruud van Nistelrooy bleiben dem HSV auch sportliche Sorgen nicht mehr erspart. Gegen einen engagierten Gegner spielten die Hanseaten streckenweise recht gefällig, ließen aber jeglichen Einsatz und Siegeswillen vermissen. Dem ersatzgeschwächten FCN gingen zwar die kreativen Köpfe im Mittelfeld ab, doch mit Leidenschaft und Kampfgeist machte die junge Mannschaft den Ausfall von Mehmet Ekici und Ilkay Gündogan wett.

Fast 20 Minuten dauerte es, bis beide Mannschaften bei grimmiger Kälte das vorsichtige Abtasten und taktische Geplänkel beendeten und zur Sache kamen. Der HSV wäre nach Freistoß von Zé Roberto fast in Führung gegangen, aber FCN-Kapitän Andreas Wolf (19.) rettete vor dem einköpfbereiten van Nistelrooy. Acht Minuten später hatte auch der bis dahin ideenlose „Club“ begriffen, wo das gegnerische Tor stand. Markus Mendler hatte das 1:0 auf dem Fuß, doch HSV-Torwart Frank Rost stoppte den 18-jährigen Nürnberger Startelf-Debütanten.

Nach ihren ersten Chancen übernahmen die Franken das Kommando und erspielten sich weitere gute Möglichkeiten. Zunächst vergab Julian Schieber (41.) nach Zuspiel von Christian Eigler, dann rettete Rost sein Team vor dem Rückstand. Mit einer fantastischen Reaktion fischte er einen strammen Schuss von Timmy Simons aus dem Winkel. Das Offensivspiel des HSV wurde auch nach der Einwechslung von Mladen Petric (46.) nicht besser, dafür nahm Nürnberg immer mehr Fahrt auf.

Nach einer feinen Flanke von Mendler konnte Rost den anstürmenden Eigler nur noch per Foul bremsen - den fälligen Elfmeter verwandelte der Belgier Simons (59.) sicher. Als HSV-Innenverteidiger Kacar wegen einer Notbremse gegen Robert Mak mit der Roten Karte auf dem Weg in die Kabine war, besiegelte Cohen die Hamburger Pleite. Nach einem Freistoß von Jens Hegeler, den Rost noch an den Pfosten lenkte, staubte der Israeli zum 2:0 ab. (dpa)

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