Sport : Nürnberg Ice Tigers erreichen das Europaliga-Viertelfinale

Gerd Münster

In der DEL ein Flop, international dafür top: die Nürnberg Ice Tigers haben auf ihrer erfolgreichen Europa-Tournee einen weiteren Meilenstein gesetzt. Am fünften und vorletzten Vorrundenspieltag der Eishockey-Europaliga stürmte der deutsche Vizemeister mit dem 8:2 (5:1, 1:0, 2:1)-Erfolg gegen Frankreichs Titelträger HC Amiens Somme als Sieger der Gruppe D ins Viertelfinale und feierte seinen bisher größten Erfolg. "In der vorigen Saison haben wir das Nürnberger Eishockey in Deutschland bekannt gemacht, jetzt wollen wir das gleiche in Europa tun", sagte Vereinschef Herbert Frey. "Die Mannschaft ist heiß und will unbedingt ins Finale", konkretisierte Manager Otto Sykora die Ziele der Franken.

Die Ice Tiger greifen nach der europäischen Eishockey-Krone, aber in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) droht ihnen Unheil. Nach bisher unbefriedigendem Saisonverlauf hängt das Team von Trainer Peter Ihnacak auf Platz 13 fest und läuft Gefahr, das attraktive und finanziell wichtige Play off zu verpassen. So leben die Nürnberger von der Hoffnung, dass sie die Erfolgsserie in der Europaliga mit vier Siegen in fünf Spielen auch in der DEL weiterbringt. "Ich hoffe, dass sich die Mannschaft in der DEL wieder hochzieht und dort die Tore schießt, die sie in der Europaliga erzielt", meint Frey.

Beim Schützenfest gegen Amiens deutete sich ein mögliches Ende der Torflaute in der DEL immerhin schon mal an. Von den acht Toren erzielte die erste Angriffsreihe mit Cherbajew, Miller und Romaniuk allein sechs. "Ich hoffe, dass der Knoten endlich geplatzt ist", meinte Miller, dem zwei Treffer gelangen. Nach dem höchsten Europaliga-Sieg war auch der Trainer zufrieden, nachdem er zu Spielbeginn einige bange Momente überstanden hatte. "Nach dem 0:1 war ich schockiert", gestand Ihnacak. Nach nur 27 Sekunden hatte der Finne Jokiharju die Gäste in Führung geschossen. Dass Cierny nur 29 Sekunden später das 1:1 gelang, habe seinen Spielern Kraft und Selbstvertrauen gegeben, so Ihnacak.

Mit 13 Zählern ist Nürnberg der Gruppensieg vor der letzten Partie bei Dynamo Moskau (7. Dezember) nicht mehr zu nehmen, da die Russen mit der 1:3 (1:1, 0:1, 0:1)-Niederlage beim HC Lugano ihre Chancen auf Platz eins verspielt haben. Die bisherige Punktprämie von 39 000 Schweizer Franken fließt in die Mannschaftskasse. Im Viertelfinale am 4. und 11. Januar 2000 winken für einen Sieg 15 000 Franken. Neben Nürnberg haben bereits Schwedens Meister MoDo Hockey Örnsköldsvik sowie IFK Helsinki, TPS Turku und Slovan Bratislava die zweite Runde erreicht.

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