Nürnberg - Kaiserslautern 1:3 : Lauter Fehler gegen Lautern

Drei eklatante Abwehrschnitzer und ein verschossener Elfemeter: Nach vier Heimsiegen in Folge verliert Nürnberg zuhause gegen den FCK verdient mit 1:3.

Satz mit itsch... Nicht nur in dieser Szene hat Nürnbergs Vidosic (l.) das Nachsehen gegen Lauterns Rivic.
Satz mit itsch... Nicht nur in dieser Szene hat Nürnbergs Vidosic (l.) das Nachsehen gegen Lauterns Rivic.Foto: dpa

Ein Totalausfall der umformierten Abwehr hat den 1. FC Nürnberg in eine bittere Heimniederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern gestürzt. Nach zuletzt vier Heimsiegen in Serie unterlagen die Franken am Samstag in der Fußball-Bundesliga gegen den in der Offensive abgebrüht auftretenden Aufsteiger mit 1:3 (0:3).

Stiven Rivic (4. Minute), Ivo Ilicevic (12.) und Srdjan Lakic (33.) mit seinem Saisontreffer Nummer sieben trafen vor 40.711 Zuschauern für die Gäste, die nach einer Roten Karte für Thanos Petsos (78.) in der Schlussphase in Unterzahl agieren mussten. Nürnbergs Aufbäumen kam zu spät und war am Ende nicht mehr von Erfolg gekrönt: Der eingewechselte Robert Mak konnte zwar auf 1:3 verkürzen (67.), aber Kapitän Andreas Wolf drosch anschließend einen Foulelfmeter an die Latte (83.). Während die zweite Heimniederlage beim „Club“ für Ernüchterung sorgte, konnten die Pfälzer erstmals seit dem ersten Spieltag wieder einen Auswärtssieg bejubeln.

FCN-Trainer Dieter Hecking musste kurzfristig nicht nur den gesperrten Linksverteidiger Javier Pinola in der Abwehr ersetzen, sondern auch die verletzten Juri Judt (Oberschenkelzerrung) rechts und Per Nilsson (Kapseleinriss im Knie) im Zentrum. Das war fatal: Insbesondere mit der Hereinnahme von Dario Vidosic, der für Judt rechts verteidigen sollte, lag Hecking total daneben. Auch Dominic Maroh und Pascal Bieler konnten der Viererkette kaum Halt geben.

Das Abwehr-Debakel des "Club" ging schon in der 4. Minute los. Raphael Schäfer konnte einen Schuss von Ilicevic noch parieren, aber nicht den Nachschuss des freistehenden Rivic. Beim anschließenden Kopfballtor von Ilicevic war der "Club"-Torhüter wieder machtlos. Torvorbereiter Rivic ließ den überforderten Vidosic vor seiner Flanke ganz "alt" aussehen. Auch beim dritten Gegentor war die gesamte Nürnberger Hintermannschaft nicht auf der Höhe, Lakic konnte nach der Flanke von Ilicevic unbedrängt einköpfen.

Hecking reagierte auf das Abwehr-Desaster, indem er Vidosic mit der Auswechslung in der 40. Minute erlöste. Für ihn kam der 21 Jahre alte Bundesliga-Debütant Philipp Wollscheid. Viel besser wurde es dennoch nicht. Die einzigen Nürnberger Chancen vor der Pause hatte Mike Frantz, der mit Kopf (31.) und Fuß (36.) wenigstens etwas Gefahr hervorrief.

Nach dem Seitenwechsel hatten zunächst die Gäste weiter die besseren Einschusschancen. Die Hausherren taten sich beim Aufbäumen schwer, erst der eingewechselte Slowake Mak sorgte für neue Hoffnung: Mit links erzielte der 19-Jährige nach einer couragierten Einzelaktion sein erstes Bundesligator. Der Treffer beflügelte den "Club", ebenso der harte Platzverweis gegen Petsos, der Wolf mit dem Ellbogen im Gesicht erwischte. Nach Foul von Mathias Abel an Jens Hegeler vergab Wolf mit seinem verschossenen Elfmeter die Chance, die Lauterer mit dem möglichen Anschlusstor noch richtig in Bedrängnis zu bringen. (dpa)

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