Nürnberg - München 1:1 : Bayern stellt sich dumm im Derby an

Während die Verfolger Dortmund und Frankfurt siegen, dominieren die Bayern mit einer Ersatzelf zunächst zwar in Nürnberg, spielen dann aber nur 1:1.

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Aus der Bayern-Jugend, mitten ins Bayern-Herz: Nürnbergs Markus Feulner trifft zum 1:1-Ausgleich für den "Club" gegen seinen Ex-Klub.
Aus der Bayern-Jugend, mitten ins Bayern-Herz: Nürnbergs Markus Feulner trifft zum 1:1-Ausgleich für den "Club" gegen seinen...Foto: dpa

Die Ehrenrunde, die die Nürnberger Mannschaft nach dem 1:1 (0:1) gegen den FC Bayern München absolvierte, wollte kein Ende nehmen. Die Club-Spieler winkten und klatschten ins Publikum, der Anhang antwortete mit stehenden Ovationen. Der Außenseiter aus Franken feierte seinen überraschenden Punktgewinn gegen den Tabellenführer ausgelassen. „Wir haben alles reingeworfen. Dass wir erst Meister Dortmund und jetzt den Bayern einen Punkt abgetrotzt haben, zeigt, was in der Mannschaft steckt“, sagte Nürnbergs Trainer Dieter Hecking. Das 57. fränkisch-bayrische Derby endete nach Toren von Mario Mandzukic und dem Nürnberger Ausgleich durch Markus Feulner mit einem gefühlten Sieg.

Glücksgefühle wollten die Münchner drei Tage vor dem Champions-League-Auftritt beim FC Valencia nicht teilen. Mancher Münchner reagierte gar ausgesprochen sauer auf das erste Unentschieden nach zehn Siegen und einer Niederlage in der Bundesliga.

Während Bayern-Präsident Uli Hoeneß mit einem knappen „Guten Tag, meine Herren“ noch die „Oase der Ruhe“ vorlebte, die er kürzlich bei der Mitgliederversammlung beschworen hatte, ließ Bastian Schweinsteiger seinem Frust freien Lauf. Der Nationalspieler warf den Nürnbergern vor, sie hätten „oft auf den Körper gezielt“, „Zeit geschunden“ und versucht, den Schiedsrichter zu beeinflussen. Selbstkritik war aus diesen Worten nicht zu entnehmen. Dabei darf die Frage erlaubt sein, ob die Bayern die Aufgabe nicht doch zu leicht genommen hatten. Sie waren – halb freiwillig und halb durch Verletzungen gezwungen – nur mit einer Ersatzelf angetreten. Die Münchner fingen ohne Ribéry, Robben, Gomez, Martinez, Gustavo, Boateng und sogar ohne Lahm an. Der wurde zum ersten Mal seit viereinhalb Jahren erst eingewechselt.

Nachdem Mario Mandzukic nach einem Fehler von Javier Pinola das 1:0 nach nicht einmal drei Minuten erzielte, schien die Rechnung der Bayern aufzugehen. Der Respekt der Nürnberger wuchs. Rafinha und Xherdan Shaqiri vergaben die Chance zum 2:0. Nürnberg kam danach besser ins Spiel. Die Münchner verlegten sich auf Konter und investierten nur so viel wie nötig schien. „Wir hätten in der ersten Hälfte das 2:0 machen müssen, das hätte Ruhe gegeben“, meinte Manuel Neuer. Doch genau diese Ruhe ließ der Torhüter dann vermissen.

Der Nationalspieler musste sich nach einem Fernschuss von Feulner, der zum 1:1 einschlug, den Vorwurf gefallen lassen, ein haltbares Tor kassiert zu haben. „Das war kein Fehler“, behauptete Neuer. Man konnte das getrost anders sehen. Oder so wie Bayerns Trainer Jupp Heynckes: „Wenn Manuel Neuer Tore bekommt, sind die immer unhaltbar.“

Nach dem Ausgleich wankten die Bayern. Den möglichen Siegtreffer verpassten nun die Nürnberger. Gebhart trat über den Ball, Sebastian Polter und Per Nilsson köpften neben das Tor. Gebhart musste dann mit Gelb-Rot vom Platz. Er war wiederholt mit Schweinsteiger aneinandergeraten. Die verbleibenden zehn Nürnberger brachten den gefühlten Sieg aber über die Zeit.

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