Sport : Nürnberg schafft den Klassenerhalt Bochum ist nach dem 1:2 so gut wie abgestiegen

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Nürnberg Peter Neururer suchte menschliche Nähe. Er wusste wohl, dass die Zeit des VfL Bochum in der Bundesliga in zwei Wochen und damit auch seine Zeit als Trainer dort zu Ende gehen wird. Immerhin fand Neururer Trost bei Wolfgang Wolf, seinem Kollegen beim 1. FC Nürnberg. Wolf nahm Neururer in den Arm: „Da fühlt man als Trainerkollege mit. Vielleicht bin ich nächstes Jahr in der gleichen Situation.“ In diesem Spiel aber haben die Nürnberger durch den 2:1-Sieg gegen Bochum den Verbleib in der Bundesliga geschafft. Für Bochum hingegen kann bereits heute Abend der Abstieg feststehen, falls Borussia Mönchengladbach beim Hamburger SV gewinnen sollte.

Selbst bei einer Niederlage der Gladbacher sind die Aussichten, den fünften Abstieg zu verhindern, nur noch theoretischer Art. Bei zwei ausstehenden Spielen liegt der VfL fünf Punkte hinter den Gladbachern, hat außerdem die deutlich schlechtere Tordifferenz. „Wir werden uns nicht ergeben“, sagte Neururer. Dagegen feierten die Aufsteiger aus Nürnberg den vorzeitigen Klassenverbleib. Markus Daun (21. Minute) und Marek Mintal (85.) schossen die Tore für Nürnberg. „Wir sind durch, und wir sind heilfroh“, sagte Präsident Michael A. Roth. Kapitän Tommy Svindal Larsen betonte: „Es ist schön, dass jetzt alles klar ist.“

Bochum hingegen scheint die Zuversicht bereits verloren zu haben. „Uns hilft nur noch ein großes Wunder“, sagte ein sichtlich niedergeschlagener Kapitän Dariusz Wosz. „Der Mannschaft kann ich keinen Vorwurf machen“, sagte Neururer, gestand aber auch: „Der Glaube an den Klassenerhalt ist nicht gerade groß.“ In der ersten Hälfte war beiden Teams nicht anzumerken, dass es um viel ging: 20 Minuten lang leisteten sich beide Teams zahlreiche Fehlpässe und boten eine mäßige Vorstellung. Aus heiterem Himmel kam Nürnberg nach einem Steilpass von Marek Mintal zur ersten Torchance. Daun traf zum 1:0. Danach erspielten sich die Nürnberger eine Reihe von Möglichkeiten: Markus Schroth vergab per Kopf, Mintal scheiterte an Torhüter Skov Jensen, Maik Wagefeld schoss einen Freistoß knapp vorbei. Auch in der zweiten Hälfte trat Bochum zunächst leidenschaftslos an – obwohl Neururer mit Diabang und Misimovic noch zwei weitere Offensivkräfte einwechselte. Doch erst rund 20 Minuten vor Schluss wurde der VfL mutiger. Mintal aber machte mit seinem 23. Saisontor nach Vorarbeit von Ivica Banovic alles perfekt. Meichelbecks Tor kam zu spät. Tsp/dpa

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