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Nürnberg war gestern : Hecking wird Trainer beim VfL Wolfsburg

22.12.2012 16:39 Uhrvon

UpdateNicht Bernd Schuster wird neuer Trainer beim VfL Wolfsburg, sondern Dieter Hecking. Dabei hatte der kürzlich erst seinen Vertrag beim 1. FC Nürnberg bis 2014 verlängert.

Bei dem Bemühen, ein erfolgreicherer und sympathischerer Fußballverein zu werden, nimmt der VfL Wolfsburg wenig Rücksicht auf die Konkurrenz in der Fußball-Bundesliga. Nach Geschäftsführer Klaus Allofs, der mitten in der Saison von Werder Bremen abgeworben wurde, bedienen sich die Niedersachsen jetzt auch beim 1. FC Nürnberg. „Wir haben uns geeinigt“, sagte Allofs, als er am Samstag die Verpflichtung von Dieter Hecking als neuem Wolfsburger Cheftrainer verkündete. Man habe sich auf einen Vertrag bis 2016 verständigt. Damit ist die angedachte Verpflichtung des früheren Nationalspielers Bernd Schuster hinfällig, der bis zuletzt als erster Kandidat für den vakanten Trainerposten in Wolfsburg gehandelt worden war.

 

Es wird dann doch ein stiller und konsequenter Arbeiter anstelle eines großen Namens mit illustrer Vergangenheit. Mit der Zurückstufung von Interimscoach Lorenz-Günther Köstner zum Amateurtrainer und dem Transfer von Hecking hat Allofs die ersten echten Duftmarke an seiner neuen Wirkungsstelle gesetzt. Die Verhandlungen mit Schuster hatte er zuletzt zwar bestätigt und sich damit aber auch viel Ärger eingehandelt. Die Mehrheit der Fans und der örtlichen Medien in Wolfsburg meldete angesichts der Aussicht auf den teuren Schuster-Deal erheblichen Protest an. Mittlerweile dürfte klar sein, warum Allofs darauf nicht reagiert und tapfer geschwiegen hat. Es ist ihm in aller Stille und Verborgenheit gelungen, Hecking eine Perspektive aufzuzeigen, die ihn dazu gebracht hat, seine Zelte beim 1. FC Nürnberg vorzeitig abzubrechen. Dass eine sofortige Trennung ohne lange Verhandlungen mit dem „Club“ möglich war, lässt den Schluss zu, dass Hecking in seinem bis 2014 laufenden Arbeitsvertrag eine Ausstiegsklausel hatte. Aus Wolfsburg ist zu vernehmen, dass keinerlei Gespräche über eine Ablösesumme geführt werden mussten – die Höhe des Betrages dürfte ohnehin festgestanden haben. 

Mit der Verpflichtung von Hecking gehen für die Profis des VfL Wolfsburg turbulente Wochen zu Ende. Der Entlassung von Felix Magath im Oktober waren die Hängepartie mit Köstner, der Amtsantritt von Allofs und das mediale Gerücht über die Schuster-Verpflichtung gefolgt. Die Mannschaft war am Donnerstagmorgen in dem Wissen in den Weihnachtsurlaub entlassen worden, dass sie in Kürze einen neuen Cheftrainer bekommt. Hecking tritt seinen neuen Job tatsächlich schon am 3. Januar an, wenn der Trainingsstart in Wolfsburg ansteht und der VfL-Tross einen Tag später ins türkische Belek aufbricht. Dort soll im Trainingslager eine Grundlage dafür gelegt werden, dass die im unteren Tabellenviertel feststeckende Mannschaft und der Verein endlich wieder zur Ruhe kommen. 

Die „guten Gespräche“, so hat es Hecking rund um seinen plötzlichen Wechsel formuliert, mit Allofs und die künftige Zusammenarbeit sind mit einer großen Hoffnung verbunden. Die Entscheider bei der VfL Wolfsburg Fußball GmbH, deren Aufsichtsrat von Managern des Hauptsponsors Volkswagen dominiert wird, möchten eine grundlegende Kurskorrektor. Seit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft 2009 war der VfL Wolfsburg den Makel nicht mehr losgeworden, den Erfolg mit Hilfe von Macht und Moneten erzwingen zu wollen.

Der Name Hecking ist jetzt mit der Aussicht auf Kontinuität verbunden. In drei Jahren als Cheftrainer des 1. FC Nürnberg hat der 48-Jährige solide Arbeit abgeliefert, die großen Respekt verdient. Immer wieder hatte sein Arbeitgeber die besten Spieler verkaufen müssen, so dass die Kärrnerarbeit des Trainers ständig aufs Neue begann. In Wolfsburg findet Hecking, der im niedersächsischen Bad Nenndorf lebt und künftig wieder täglich zwischen Familie und Arbeitsplatz pendeln kann, deutliche angenehmere Rahmenbedingungen vor. Und für Allofs, der sich am Samstag ohne weitere Erklärungen der Hecking-Verpflichtung in den Weihnachtsurlaub verabschiedete, kann der grundlegende Teil seiner Arbeit endlich beginnen. Der harte Kern der Wolfsburger Fans hatte sein Wirken wegen der Pläne um Schuster zuletzt massiv in Frage gestellt – und ihm damit ganz offensichtlich Unrecht getan.

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