Nürnberg - Werder : Nürnberg reißt Bremen aus allen Titelträumen

Mit einem 3:1 (2:0)-Sieg über enttäuschende Bremer hat sich der 1. FC Nürnberg wichtige Punkte gegen den Abstieg gesichert.

Nürnberg - Fußball-Bundesligist Werder Bremen stürzt nach dem Aus in der Champions League immer tiefer in die sportliche Krise. Die Hanseaten unterlagen am Samstag beim 1. FC Nürnberg mit 1:3 (0:2) und verloren mit der zweiten Niederlage hintereinander weiter wertvollen Boden im Kampf um die Champions-League-Plätze. Dank des «Doppelpacks» des erneut überragenden Torjägers Robert Vittek (22./69.) und einem Treffer von Markus Schroth (36.) fuhren die zeitweise wie entfesselt aufspielenden Franken vor 40 924 Zuschauern ihren dritten Sieg in Serie ein und setzten sich mit der besten Saisonleistung von den Abstiegsrängen ab. Miroslav Klose (57.) traf für die enttäuschenden Bremer.

«Ich habe bei uns den Willen vermisst», klagte der Nationalspieler nach der attraktiven Begegnung. Werder-Trainer Thomas Schaaf räumte ein, dass seine Mannschaft nicht «den Biss hatte, um in den Zweikämpfen zu bestehen. In der ersten Halbzeit sind wir nicht ins Spiel gekommen, haben dann nach der Pause unheimlich Druck gemacht, aber durch einen Fehler das dritte Tor bekommen.»

Zudem beklagten die Bremer die Verletzung von Torsten Frings. Der Mittelfeldmann musste wegen einer Wadenbeinprellung und einer Sehnenverletzung ausgewechselt werden und seine Teilnahme am Länderspiel am Mittwoch gegen die USA absagen. Kommenden Samstag gegen Hannover 96 soll Frings aber wieder einsatzbereit sein.

Doppeltorschütze Vittek attestierte seinem Team eine Topleistung. «Das war ein wichtiger Schritt nach vorne, und wenn wir weiter so wie heute spielen, habe ich keine Angst um den Klassenverbleib.»

«Wir lassen uns keine Krise andichten», hatte Schaaf nach dem unglücklichen Champions-League-Aus bei Juventus Turin und der 0:3- Heimpleite gegen Hertha BSC Berlin angekündigt. Doch von Beginn an wirkten die Norddeutschen, die ohne Johan Micoud (Oberschenkelprobleme) und Kapitän Frank Baumann (Knieverletzung) antraten, verunsichert. Nur in der vierten Minute gab es einen Warnschuss von Patrick Owomoyela, dessen Schuss aus 18 Metern knapp am von Raphael Schäfer gehüteten Tor vorbei ging.

Doch mit dem Selbstbewusstsein von zwei Siegen hintereinander spielten fortan fast nur noch die Franken, bei denen Trainer Hans Meyer erneut Stürmer Stefan Kießling zunächst nur auf der Bank Platz nehmen ließ. Nach einer knappen Viertelstunde war es Ivan Saenko, der aus nur drei Metern eine Hereingabe von Dominik Reinhardt verpasste. Mit seinem neunten Saisontor schloss Vittek (22.) wenig später einen Alleingang durch die wieder einmal löchrige Werder-Abwehr ab. Vittek bereitete auch das 2:0 durch Schroth (36.) vor, der den Ball nach der feinen Vorarbeit seines Stürmerkollegen nur noch über die Linie drücken musste.

Bremen konnte angesichts des Sturmwirbels der Hausherren sogar noch froh sein, dass man zur Pause nur mit zwei Toren im Hintertreffen lag. Wie verwandelt kamen die Bremer aus der Kabine. Klose ließ Werder mit seinem 18. Saisontor wieder hoffen, doch der hervorragende Schäfer verhinderte gegen Christian Schulz (68.) den möglichen Bremer Ausgleich. Im Gegenzug machte Vittek (69.) mit seinem achten Tor im dritten Spiel hintereinander den verdienten «Club»-Sieg perfekt. (tso/dpa)

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