Sport : Null mit Rotstich

Das Istaf 2003 schließt mit Verlust, trotzdem ist der Umzug ins Olympiastadion fest geplant

-

Gerhard Janetzky lobte gerade die Arbeit der 800 IstafHelfer, da reichte ihm jemand ein Zettel mit einer wichtigen Zahl. „Wir hatten eine Quote von 11,7 Prozent“, verkündete der Hauptgesellschafter der neuen Istaf-GmbH dann zufrieden. 11,7 Prozent für die ZDF-Übertragung an einem Sonntagnachmittag, das ist eine ordentliche Quote für das größte deutsche Leichtathletik-Meeting. „Das ist wichtig für die Sponsoren“, sagte Janetzky.

Er stand in einem Hotel in Berlin, es war der Tag nach dem Golden-League-Meeting, und die Quote gehörte zu den erfreulicheren Zahlen, die Janetzky bei dieser Gelegenheit verkündete. Einigermaßen erfreulich war auch die Zuschauer-Bilanz: 18 500. Erfreulich war die Zahl allerdings nur, weil die Istaf-Verantwortlichen mit lediglich 17 000 gerechnet hatten. Schon nicht mehr so erfreulich war dann, dass an der Tageskasse nur 1000 statt der erwarteten 3000 bis 5000 Tickets abgesetzt wurden. Das finanzielle Endergebnis hatte sich Janetzky eigentlich anders gewünscht. „Wir schreiben eine leichte rote Null“, sagte er. Konkret: „Es wird einen Verlust geben, aber der liegt unter 50 000 Euro. Das ist zu verkraften.“ Insolvenz? Kein Thema.

Das Istaf 2004 wird definitiv ausgetragen, sagt Janetzky. Und zwar am 13. September. Wo? „Höchstwahrscheinlich im umgebauten Olympiastadion.“ Das Istaf 2003 fand, wie schon 2002, im Jahnstadion statt. Nur: Sollte es dort nicht auch bleiben statt in die riesige Betonschüssel Olympiastadion zu wechseln? Schließlich waren am Sonntag nicht mal die 20 000 Plätze des Jahnstadions belegt. Nein, sagt Janetzky. „Das Olympiastadion wird auch zum Leichtathletik-Stadion umgebaut, deshalb ist der Umzug fest geplant.“ Außerdem: Das Istaf 2004 finde nach den Ferien statt, dadurch würden mehr Eltern kommen – immerhin laufen diverse Schülerstaffeln beim Istaf –, und im September werde es nicht so heiß sein wie im August. Und Berlin werde wieder Final-Station der Golden-League-Serie sein. „Wenn ich noch kein definitives Ja zum Olympiastadion sagen kann, liegt es daran, dass wir nicht sicher wissen, dass es rechtzeitig fertig ist“, sagte Janetzky aber auch. Außerdem werde noch über die Miete verhandelt.

Immerhin: Das „neue Olympiastadion wird das schönste Stadion der Welt“, sagte Istaf-Sportchef Florian Schwarthoff. Er muss so etwas schon aus beruflichen Gründen sagen: Das Büro, in dem er als Architekt arbeitet, ist am Umbau beteiligt. fmb

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben