• Null Punkte und nichts zu sagen Nach Lauterns 0:1 gegen Bremen herrscht Ratlosigkeit in der Pfalz

Sport : Null Punkte und nichts zu sagen Nach Lauterns 0:1 gegen Bremen herrscht Ratlosigkeit in der Pfalz

Oliver Trust

Kaiserslautern. Wenn Rückkehrer zu Helden werden, dann grinsen sie so spitzbübisch und zufrieden, wie Andreas Reinke es in diesem Moment tat. „Es hat Spaß gemacht“, frohlockte der Torwart des SV Werder Bremen. Reinke war beim 1:0-Sieg gegen seinen ehemaligen Klub, den 1. FC Kaiserslautern, der große Gewinner. „Ich bin hier sensationell unterstützt worden“, sagte der ehemalige Pfälzer, der von 1994 bis 2000 136 Spiele für Kaiserslautern machte. Freude löste der Meistertorwart des FCK von 1998 in der Pfalz allerdings nur vor dem Anpfiff aus. „Andy Reinke“, sangen die Pfälzer Anhänger und schwelgten in Erinnerungen an glorreiche Zeiten.

Nach dem Spiel trotteten die meisten der 36000 Zuschauer dann ernüchtert vom Betzenberg. Nicht anders erging es Miroslav Klose und Vratislav Lokvenc, den FCK-Stürmern. „Wir haben da hinten einen drin, der hält, wenn es darauf ankommt“, sagte Bremens Sportdirektor Klaus Allofs lapidar zu den Paraden Reinkes gegen Klose, Lokvenc und Hristov. Den Triumph auskostend, ballte Reinke die Hände zu Fäusten als Johan Micoud in der 66. Minute den Ball an seinem Kollegen Thomas Ernst vorbei zum entscheidenden Treffer ins Netz schob. „Ein sehr guter Start für uns“, sagte Reinke. Sieben Punkte aus drei Spielen holten die Bremer, da wollte Reinke niemand widersprechen.

Schon gar nicht Kaiserslauterns Trainer Erik Gerets. Der stand allein gelassen da und legte frustriert ein Geständnis ab, das die Ratlosigkeit verrät, die die Pfälzer lähmt. „Das war ein 100-prozentiger Fehlstart“, hauchte der Belgier geknickt. „Null Punkte und nichts zu sagen“, sagte er und hörte sich wie einer an, der nicht mehr weiter weiß. Es klang nicht eben optimistisch, was Gerets von sich gab. Zu eindeutig waren die Schwierigkeiten seiner Mannschaft in allen Bereichen. Neben ihm stand Reinke und sagte: „Ich hoffe mal, die gewinnen nächste Woche." Dann spielen die Pfälzer beim VfB Stuttgart. Wie das allerdings passieren soll, wusste keiner. „Wir können uns jetzt zwei Tage lang ausweinen, und dann müssen wir wieder versuchen, eine Mannschaft zu sein", sagte Gerets. Ein Statement, das aussagt, wie tief die Verunsicherung im Südwesten sitzt. Planlos, meist viel zu langsam spielten die Lauterer, die zudem viel zu weit weg von den Gegenspielern standen. Die technisch überlegenen Bremer kontrollierten die Partie, ergriffen die Initiative und gewannen verdient.

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