Sport : Null Siege, null Tore

Die bisherigen Erfolge der Eisbären zählen in den Play-offs gegen Düsseldorf nichts mehr

Mathias Klappenbach

Berlin. Ein bisschen nervös sind sie schon bei den Berliner Eisbären. Vor dem heutigen Auftakt der Play-offs in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gegen die Düsseldorfer EG im Sportforum (19 Uhr, live auf Premiere) steht die Anspannung Spielern und Trainer ins Gesicht geschrieben.

„Vor zwei Tagen hatten wir noch 103 Punkte. Jetzt sind es auf einmal wieder null“, sagt Trainer Pierre Pagé. Der erste Platz aus der Hauptrunde bedeutet in den Play-offs Heimrecht in den entscheidenden Spielen. Mehr aber auch nicht. Es ist mehr diese Situation als der Respekt vor dem Gegner, der die Nervosität auslöst. Die Düsseldorfer belegten in der Hauptrunde nur den achten Platz, und ihr Trainer Michael Komma stapelt vor dem Viertelfinale gegen die Eisbären tief.

Natürlich, um den Druck und damit auch die Nervosität bei den Berlinern größer werden zu lassen. „Es ist egal, was andere sagen. Wir können den Titel sowieso nicht versprechen. Aber wir haben alle Voraussetzungen“, sagt Pagé. Auf dem Weg zur ersten Meisterschaft seit 1988 mahnt der Coach seine Mannschaft vor allem zur Disziplin und Konzentration. Vor allem die Strafminuten sollen sich bei den spielerisch überlegenen Berlinern gegen Düsseldorf in engen Grenzen halten. „Man darf sich nicht provozieren lassen, auch wenn die Gegner das in den Play-offs sicher versuchen werden“, sagt der Trainer.

Bei den Düsseldorfern ist der Erfolg stark von wenigen Spielern wie dem überragenden Nationalstürmer Daniel Kreutzer abhängig, die Eisbären setzen dagegen auf ihre mannschaftliche Geschlossenheit und Flexibilität. „Wir haben dieses Jahr einen in der Breite viel besser besetzten Kader“, sagt Pagé, der die Nachwuchsspieler Jens Baxmann und Tobias Draxinger für ihre Leistungen in den letzten Partien lobte. Im ersten Viertelfinalspiel können die Berliner erst zum zweiten Mal überhaupt in dieser Saison in Bestbesetzung auflaufen.

Pagé plant, auch in den Play-offs weiter innerhalb der verschiedenen Reihen personell zu experimentieren, um so taktische Überraschungsmomente zu schaffen. Auch in der Torwartfrage ist noch keine Entscheidung gefallen. Die meisten Trainer legen sich spätestens in den Play-offs auf einen Torhüter fest. Doch bei den Eisbären geht das auch schon in der regulären Saison praktizierte Wechselspiel zwischen Oliver Jonas und Rich Parent zunächst weiter. Heute wird Jonas im Tor stehen, am Freitag in Düsseldorf Parent. Ob und wann einer der beiden alleine das Vertrauen erhält, wird von den Leistungen in den ersten Spielen abhängen.

Die Eisbären hatten im Laufe der Saison vor allem gegen defensiv ausgerichtete Spielsysteme wie das der Düsseldorfer Probleme, ihre Überlegenheit in Tore zu verwandeln. Gerade gegen diese defensiven Systeme können die Berliner jedoch von ihrem starken Über- und Unterzahlspiel profitieren.

„Die Mannschaft ist hungrig auf den Titel“, sagt Kapitän Ricard Persson, der neben der Anspannung auch Entschlossenheit ausstrahlt. „Und unsere Fans haben ihn mehr als verdient, sie sind die besten in der Liga.“ Vor allem nach einem Sieg gegen Düsseldorf.

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