Sport : Nummer 882 lebt

Mit drei Siegen meldet sich Haas in der Tennisspitze zurück

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Indian Wells (dpa). Die Stars staunen auch. Es sei beeindruckend, wie sich Thomas Haas in Indian Wells zurückgemeldet habe, befand der Weltranglistenerste Roger Federer voller Anerkennung. Andy Roddick und Andre Agassi stellten bewundernd fest, dass sie dem deutschen Daviscupspieler nach dessen 15monatiger Verletzungspause eine solch hochklassige Leistung noch nicht zugetraut hätten.

Haas selbst war nach seinem dritten Sieg beim Tennis-Masters unter der brütenden Wüstensonne in Indian Wells „völlig baff“. Erstaunt war er vor allem darüber, wie er auch die Hitzeschlacht über drei Sätze gegen den Spanier Albert Costa für sich entschieden hatte. Nach drei Siegen in Serie stand er im Achtelfinale, in dem er am Dienstag von Hewitt-Bezwinger Juan Ignacio Chela aus Argentinien herausgefordert wurde (nach Redaktionsschluss beendet).

Dabei war sein Ziel beim ersten Masters-Auftritt seit Oktober 2002 in Paris ganz bescheiden gewesen. Nur sein Auftaktspiel hatte Haas unbedingt gewinnen wollen. Von mehr wagte er nicht einmal zu träumen. Jedes weitere Match, geschweige denn jeden weiteren Sieg, im kalifornischen Tennis-Mekka betrachtete der mit einer Wildcard spielende Hamburger von vornherein als Zugabe.

An dieser Sichtweise hat sich trotz der Erfolgsserie nichts geändert. Und davon will er auch in absehbarer Zeit nicht abweichen. Denn alles andere als kleine Vorhaben lenken ihn bei der Rückkehr in die Weltspitze nur ab. „Ich bin schon so ungeduldig und würde am liebsten die Tenniswelt wieder über Nacht erobern wollen“, sagte Haas, „doch ich weiß inzwischen, dass das Wollen allein mich nicht nach vorn bringt.“

Die lange Genesungsphase nach den beiden Operationen an der rechten Schulter und der fatale Motorradunfall seiner Eltern, die noch immer unter den gesundheitlichen Folgen schwer leiden, haben den einstigen Sonnyboy bescheiden werden lassen. In der Weltrangliste möchte der derzeitige 882. in diesem Jahr wieder unter die einhundert Besten kommen. Und er möchte Deutschland im Daviscup zum Aufstieg in die Weltgruppe verhelfen. Andere konkrete Ziele stellt er sich nicht. „Wenn ich in den nächsten Wochen so weiterspiele wie bislang in Indian Wells, wäre ich schon sehr zufrieden“, sagte der einstige Weltranglistenzweite.

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