Sport : Nummer eins für eine Nacht

Schalke 04 liegt nach dem 4:1 gegen den Hamburger SV nun wenigstens in der Revierwertung vor Bochum und Dortmund

Richard Leipold

Gelsenkirchen. Der FC Schalke 04 ist in der Ruhrgebietswertung der Fußball-Bundesliga an die Spitze gerückt. Dank des 4:1 über den Hamburger Sportverein übernahmen die „Königsblauen“ den fünften Tabellenplatz. Sie zogen am VfL Bochum vorbei, der sich den fünften Rang an diesem Sonntag mit einem Punktgewinn in Dortmund zurückholen kann. „Meine Mannschaft hat gezeigt, daß sie nach dem Triumph in Bochum nachlegen wollte und unser Saisonziel Uefa-Pokalplatz verwirklichen will“, sagte Jupp Heynckes, der Cheftrainer des FC Schalke. „Das war genau die Art und Weise, wie wir zu Hause spielen müssen.“

Den Gelsenkirchenern ist es zum ersten Mal in dieser Saison gelungen, in einem Pflichtspiel mehr als drei Tore zu schießen. In der ausverkauften Arena kam ihnen zugute, dass der HSV offensiver zu spielen versuchte als die meisten anderen Gegner, die in diesem Stadion antreten. Seine Mannschaft sei von der Spielanlage „nicht schlechter gewesen“, behauptete HSV-Trainer Klaus Toppmöller, „auch wenn sich das nach einem 1:4 blöd anhört.“

Heynckes hatte im Tor zum zweiten Mal in dieser Saison einen Bundesliga-Debütanten aufgeboten. Christofer Heimeroth ersetzte Volkan Ünlü, der eine Woche zuvor in Bochum eine schwache Leistung gezeigt hatte und diesmal wegen einer Verletzung passen mußte. Heynckes trat Spekulationen entgegen, der Torwartwechsel sei eine taktische Variante gewesen. „Wenn ich sage, ein Spieler ist verletzt, dann stimmt das auch. Ünlü werde wegen einer Gesäßmuskelzerrung „noch zwei bis drei Wochen ausfallen“. Der neue Stellvertreter des verletzten Stammtorhüters Frank Rost hinterließ einen sicheren Eindruck. „Er hat fehlerfrei gespielt und großartig gehalten“, lobte Heynckes. Bei Mahdavikias Elfmetertor zum 2:1 war der 22-Jährige ohne Abwehrchance (35. Minute). Heimeroth meisterte alle Hamburger Prüfungen, ohne nervös zu werden.

Während der junge Torwart hielt, was zu halten war, wurde der starke Außenverteidiger Fabian Lamotte zu einem der auffälligsten Spieler. Den zweiten Treffer bereitete er mit einem Sololauf und anschließendem Pfostenschuss vor. Mittelstürmer Ebbe Sand nutzte den Abpraller zum 2:0 (29.), nachdem Tomasz Waldoch Schalke früh in Führung gebracht hatte (10.). Waldoch spielte durch, obwohl er sich einenMittelhandbruch zuzog und mehrere Wochen ausfällt.

In der Defensive wenig gefordert, war Fabian Lamotte allerdings auch am Anschlußtor beteiligt, das er mit einem elfmeterreifen Foul an Stephan Kling einleitete. Kurz vor der Pause machte der 21-Jährige seinen Fehler mit dem 3:1 wett, unterstützt vom schwachen Hamburger Torhüter Stefan Wächter, der den haltbaren Flachschuß kurioserweise nicht zu fassen bekam (43.). „Das war wie eine Erlösung, nachdem ich den Elfmeter verursacht hatte“, sagte Lamotte, der froh sein konnte, dass Schiedsrichter Wack das Foul nicht als rotwürdige „Notbremse“ wertete. Nach der Pause baute Michael Delura, der beim 2:1 in Bochum das Siegtor erzielt hatte, den Vorsprung nochmals aus (55.). Danach war es für die Hamburger zu spät, der Partie eine Wende zu geben.

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