Sport : Nummer eins greift an

Bei den Berliner Sixdays übernehmen Andreas Beikirch und Erik Mohs die Führung

Anke Myrrhe

Berlin - Der Sonntag begann äußerst erfolgreich für das Duo Andreas Beikirch und Erik Mohs. Nach den ersten Wertungssprints des vierten Tages der Berliner Sixdays hatte das deutsche Team noch auf Rang vier gelegen. Mit einer Runde Rückstand lagen sie hinter den Gesamtführenden und Titelverteidigern Guido Fulst und Leif Lampater zurück. Punktgleich zwar, aber vor dem zweiten deutschen Duo waren noch zwei weitere Teams mit gleicher Rundenzahl, aber besserer Punktezahl platziert. Bereits im ersten Punktefahren um 20 Runden konnten sich Mohs (Leipzig) und Beikirch (Titz) jedoch um acht Punkte verbessern und auf Rang drei vorschieben. Doch das hieß noch nichts, kommt es ja in der Gesamtwertung am Ende der sechs Tage viel mehr auf die Rundengewinne an. Doch es sollte so erfolgreich weitergehen. Am Ende des Sonntags hatte das deutsche Duo die Führung in der Gesamtwertung übernommen.

Dabei sah es zu Beginn der ersten „Großen Jagd“ so aus, als sollte es nichts werden mit dem großen Angriff auf den ersten Sieg in Berlin, auf den besonders der 37-jährige Beikirch bereits seit elf Teilnahmen wartet. Seine besten Ergebnisse erreichte er mit einem zweiten Platz 2001 und 2007, jeweils noch mit anderem Partner. Mit seinem neuen, erst 21 Jahre alten Partner Erik Mohs peilt Beikirch in diesem Jahr noch einmal den Gesamtsieg an.

Das Feld wirkte etwas müde nach einer kurzen Ruhephase zum Sonntag, an dem die Rennen ausnahmsweise tagsüber ausgetragen werden. Bis um zwei Uhr nachts waren die Mannschaften in den Sonntag gefahren und mussten um zehn Uhr morgens schon wieder aufs Rad steigen. Mohs/Beikirch starteten gleich nach dem Anschuss den ersten Überrundungsversuch, der erst nach fünf Minuten erfolgreich abgeschlossen wurde. Erwartungsgemäß legten die anderen Favoriten nach, zunächst die Dänen Alex Rasmussen /Michael Mörköv, nach dem dritten Tag überraschend auf Rang zwei, dann die Führenden Guido Fulst/Leif Lampater (Berlin/Schaikheim). Lange ließen die Schweizer Mitfavoriten Bruno Risi und Franco Marvulli auf ihren ersten Rundengewinn warten, erst nach 20 Minuten war der Rundenausgleich geschafft. Die Schweizer mit dem durch einen Kreuzbandriss geschwächten Marvulli versuchten gleich den nächsten Angriff, scheiterten aber erneut. Mit einer taktischen Meisterleistung schlossen Mohs/Beikirch das Rennen ab. Sie setzten sich einige Runden vor Schluss mit zwei weiteren Teams ab und strichen so weitere Punkte ein, um dann kurz vor dem Finish die dritte Umrundung zu vollenden. „Wir wollten erstmal abwarten, was geht, aber dass es so gut läuft, haben wir nicht gedacht“, sagte Beikirch.

Die Führung in der Gesamtwertung ließ sich das Duo mit der Nummer eins auch in der zweiten „kleinen Jagd“ nicht nehmen. Sie stoppten einen Ausriss der Vorjahressieger Fulst/Lampater und blieben am Ende des Tages in Führung. Fulst/Lampater haben als Zweite acht Punkte Rückstand bei gleicher Rundenzahl. „Jetzt haben wir eine ziemlich gute Ausgangsposition auf den Gesamtsieg“, stellte Beikirch fest. Anke Myrrhe

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