Sport : Nur 0,4 Sekunden vorne

Deußer wird Deutscher Meister im Springreiten – Langehanenberg siegt in der Dressur.

Angeschmiegt. Springreiter Deußer gewann erstmals einen Meistertitel. Foto: dpa
Angeschmiegt. Springreiter Deußer gewann erstmals einen Meistertitel. Foto: dpaFoto: dpa

Balve - Daniel Deußer hat sich zu seinem ersten Meister-Titel gezittert. Mit der Winzigkeit von 0,4 Sekunden Vorsprung sicherte sich der 31 Jahre alte Springreiter in Balve auf Cornet D’Amour erstmals den Sieg bei einem nationalen Championat. Tatenlos musste er zusehen, wie im Stechen Mannschafts-Weltmeister Carsten-Otto Nagel auf Corradina als letzter Reiter die Zeit von Deußer jagte. Am Ende waren beide Reiter fehlerfrei – doch Deußer war in 40,39 Sekunden etwas schneller.

„Ich bin einfach nur happy“, sagte der in Belgien lebende Deußer, dessen Laufbahn vor allem von zwei Doping-Verdachtsfällen 2007 und 2008 überschattet wurde. Jetzt setzte er sportlich einen Glanzpunkt. Dritter wurde in dem spannenden Championat der erst 23 Jahre alte Patrick Stühlmeyer aus Osnabrück mit Lord Lohengrin. Auch er hatte den entscheidenden Umlauf fehlerfrei absolviert, war in 43,45 Sekunden aber deutlich langsamer. Vierter Reiter im Stechen war Rolf Moormann aus Großenkneten, der nach zwei Abwürfen auf Acorte keine Titelchancen mehr hatte. Bei den Frauen hatte sich Eva Bitter aus Bad Essen schon am Samstag zum fünften Mal die deutsche Meisterschaft gesichert.

Deußers Erfolg wurde auch nicht dadurch geschmälert, dass unter anderem Stars wie Rekordchampion Ludger Beerbaum und der Weltranglisten-Erste Christian Ahlmann fehlten und stattdessen beim parallel stattfindenden Millionen-Turnier in London starteten. Die Reise nach England lohnte sich zumindest für Ahlmann, der im mit 450 000 Euro dotierten Springen der Global Champions Tour Dritter geworden war und immerhin 67 500 Euro mitnahm.

In der Dressur war Helen Langehanenberg erwartungsgemäß nicht zu schlagen. Erstmals war die Weltcup-Siegerin zu deutschen Meisterschaften als klare Favoritin gereist – und bewältigte die Herausforderung souverän. Auf ihrem Top-Pferd Damon Hill beherrschte die 31-Jährige das Geschehen und verteidigte ihre beiden Titel erfolgreich. Einen Tag nach ihrem Sieg im Grand Prix Special sicherte sich Langehanenberg auch die Meisterschaft in der Kür.

„Wenn man spürt, wie er mitdenkt, ist das schön“, lobte die Olympia-Zweite mit der Mannschaft ihren Hengst. Das Paar begeisterte auf dem Dressur-Platz gleich neben dem Schloss Wocklum und erhielt die Weltklasse-Note von 87,400 Prozentpunkten. Zweite wurde wie schon am Samstag Isabell Werth aus Rheinberg mit dem starken Don Johnson (83,300) vor der erst 23-jährigen Fabienne Lütkemeier auf D’Agostino (79,250).

Nach ihrem schwierigen Jahr 2012 meldete sich Isabell Werth stark zurück. Alles könnte für sie derzeit so schön sein – wenn nicht da das Verfahren bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung wegen verbotener Medikation im Juni 2012 bei ihrem Pferd El Santo wäre. Werth beteuert ihre Unschuld und hofft, diese durch Gutachten zu beweisen. Auf jeden Fall ist das Verfahren laut FN-Sportchef Dennis Peiler kein Hindernis für eine EM-Teilnahme. dpa

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