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Nur 1:1 gegen Kroatien : Italien lässt zwei Punkte liegen

Nach der Führung in der ersten Halbzeit durch Pirlos Freistoß stellt Italien die Offensivbemühungen mehr oder weniger ein - und wird dafür 20 Minuten vor Schluss von Kroatiens Mandzukic bestraft.

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Rasentanz zwischen Mario Mandzukic und Andrea Pirlo. Thiago Motta (l.) und Ivan Rakitic schauen gebannt zu.
Rasentanz zwischen Mario Mandzukic und Andrea Pirlo. Thiago Motta (l.) und Ivan Rakitic schauen gebannt zu.Foto: dpa

Italien hat auch sein zweites EM-Spiel nicht verloren. Eine gute Nachricht aber ist das nach dem 1:1 gegen Kroatien in Posen im Rennen um den Einzug ins Viertelfinale in der Gruppe C nicht unbedingt. Konkurrent Kroatien hat nach dem Sieg über Irland bereits vier Punkte auf dem Konto, während es bei Italien nur zwei sind. Nachdem Andrea Pirlo Italien in der 39. Minute mit einem Freistoß in Führung gebracht hatte, glich Mario Mandzukic (72.) aus. Der Wolfsburger erzielte damit bereits sein drittes Tor im zweiten Spiel.

Vor der Partie hatte sich vieles um Kroatiens Mittelfeldspieler Luka Modric gedreht, der bei Tottenham Hotspur einen Vertrag bis 2016 besitzt. Tottenham kaufte ihn für 22 Millionen von Dinamo Zagreb. Mittlerweile übertreffen kolportierte Angebote diesen Betrag um ein Vielfaches. Die Liste der interessierten Klubs ist lang. Modrics Berater gelten als geschäftstüchtig. Deshalb geht man bei Tottenham von einem baldigen Abschied aus. Bis zu 50 Millionen Euro werden genannt und dazu Klubs wie Real Madrid, Manchester City und United, sowie Paris St. Germain und der FC Chelsea.

Auf dem Rasen des städtischen Stadions von Posen stahl dem kleinen Kroaten aber zunächst ein Spieler die Show, der kaum größer ist. Andrea Pirlo ist mit 1,77 Meter nicht nur drei Zentimeter größer, sondern auch sechs Jahre älter als der 27 Jahre alte Modric. Der Mann von Juventus Turin erwies sich als emsiger Regisseur des italienischen Ensembles, das trotz der Skandale um die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Wettbetrügereien in Italien scheinbar gleichgültig eine Rolle bei der EM spielt. Immerhin erschütterten die Untersuchungen von Staatsanwaltschaft und Polizei auch das Nationalteam.

Eingeschlagen. Pirlos Freistoß schien nicht unhaltbar für Kroatiens Torwart Pletikosa.
Eingeschlagen. Pirlos Freistoß schien nicht unhaltbar für Kroatiens Torwart Pletikosa.Foto: dpa

Pirlo gelang in der 39. Minute ein bemerkenswert guter Freistoß. Er zirkelte den Ball über die Mauer. Torwart Stipe Pletikosa war chancenlos. Nur zwei Minuten vorher hatte Pletikosa wahre Glanzleistungen vollbracht und zweimal gegen Claudio Marchisio gerettet. Italien konnte in Hälfte eins Vorteile für sich verbuchen. Das lag mit an Mario Balotelli, der von Nationalcoach Cesare Prandelli den Vorzug vor Antonio di Natale bekam, der beim 1:1 gegen Spanien getroffen hatte. Mehrmals tauchte Balotelli im Strafraum auf. Ein Tor gelang ihm nicht, aber Italien war zunächst gefährlicher als die mit hohen Flanken arbeitenden Kroaten.

Italiens Verteidiger mussten sich dennoch intensive Zweikämpfe mit dem Wolfsburger Mario Mandzukic und Nikica Jelavic liefern, um die in Schach zu halten. Nach der Pause erhöhte Kroatien das Tempo und mühte sich um den Ausgleich. Die Italiener versuchten ihr besser strukturiertes Spiel weiter durchzuziehen. Ihre Angriffe aber verloren an Effektivität. Balotelli, dem immer weniger gelang, musste raus, di Natale kam. Trotzdem hatten die Kroaten nun mehr Spielanteile und kamen zu mehr Chancen. Mandzukic gelang das 1:1 (72.). Jetzt spielte Kroatiens Regisseur Modric die größere Rolle. Kroatien investierte mehr als die oftmals im Strafraum zu verspielten Italiener, um die Partie noch zu gewinnen, aber es blieb beim Remis.

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