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Nur 1:1 in der Bundesliga beim SC Freiburg : FC Bayern lässt erstmals Punkte liegen

Der FC Bayern verschenkt in Freiburg den vierten Bundesliga-Sieg im vierten Saisonspiel. Nach der 1:0-Führung versäumen es die Münchner, in der zweiten Hälfte alles klar zu machen - und werden dafür kurz vor Schluss bestraft.

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Ausgleich kurz vor Schluss. Nicolas Höfler setzt den Ball zum 1:1 für Freiburg in die Maschen.
Ausgleich kurz vor Schluss. Nicolas Höfler setzt den Ball zum 1:1 für Freiburg in die Maschen.Foto: Reuters

Mancher hat die Bayern in Freiburg gar nicht wieder erkannt. Sieben "Neue" bot Trainer Pep Guardiola in seiner Startaufstellung auf. Die Namen auf der Bank lasen sich wie der Auszug aus einem Fußball-Prominenten-Quiz: Ribery, Mandzukic, Robben, Lahm, Alaba. Schon vor dem Spiel wurden Begriffe wie "Super-Rotation" und "Total-Rotation" gehandelt. In Freiburg hieß es, sei die B-Elf der Bayern auf dem Platz.

Die Münchner verloren zwar auch das 23. Spiel in Folge gegen die Freiburger nicht, das 1:1 (1:0) gegen den Außenseiter aber dürfte kaum jemanden im Lager der Münchner zufrieden stellen. Das Resultat kommt einem Rückschlag gleich. Xherdan Shaqiri traf (33.) traf zum 1:0. Nicolas Höfler (86.) schoss den 1:1-Endstand heraus. Zunächst hatte sich Freiburgs Verteidiger Oliver Sorg verschätzt und eine Flanke von Thomas Müller unterlaufen. Der Schweizer Shaqiri schoss den Ball mit Wucht ins kurze Eck. Höfler verwertete vier Minuten vor dem Ende eine Flanke von Sebastian Freis zum verdienten 1:1-Ausgleich. Die meisten der 24 000 Zuschauer feierten das Unentschieden nach der Partie wie einen Sieg. "Wir haben uns das 1:1 selbst zuzuschreiben. Wir haben nicht genug Klarheit ins Spiel gebracht, dabei hatten wir Chancen, das 2:0 zu machen", sagte Bayern-Kapitän Philipp Lahm. Lahm verteidigte auch die Rotation: "Die letzte Saison hat uns gezeigt wie wichtig Rotation ist. Dass heute andere auf dem Platz standen ist keine Ausrede."

Souverän sah es von Anfang an nicht aus, was die Münchner an diesem Abend boten. Das Spiel des vierten Bundesligaspieltages musste zum ungewöhnlichen am Dienstagabend stattfinden, weil die Münchner am kommenden Freitag in Prag gegen den FC Chelsea um den "Uefa-Supercup" spielen. Weil beim FC Chelsea ein anderer schillernder Trainer, nämlich der ehemalige Coach von Real Madrid, Jose Mourinho, arbeitet, kam in Freiburg der Verdacht kam auf, es gehe Guardiola darum, seine besten Spieler für das Prestigeduell zu schonen.

Was Guardiola mit seiner Aufstellung wollte, schien sich selbst seinen Spielern nur nach und nach zu erschließen. Der Spanier stand in der Anfangsphase oft an der Linie seiner Coaching-Zone und gestikulierte. Rechts flog sein Arm hoch, dann links, dann malte eine Hand einen Kreis in die Luft, bevor beide Hände auf seinem Gesäß landeten, um sofort wieder nach vorne zu schnellen. "Alle Spieler aus meinem Kader haben es verdient, zu spielen, sie haben es gut gemacht", sagte Guardiola, der ein "gutes Spiel" seines Teams sah. "Jetzt müssen wir uns schnell regenerieren, das Finale am Freitag ist jetzt in unserem Kopf."

Nach und nach stabilisierte sich das Spiel der Münchner, die es allerdings lange nicht schafften, ein zweites Tor zu erzielen. Vielmehr humpelte in der 78. Minute Bastian Schweinsteiger vom Platz. Für den angeschlagenen Nationalspieler kam Franck Ribery. Vier Minuten zuvor hatten Toni Kroos und Müller große Chancen vergeben. Sie scheiterten beide an Freiburgs Torwart Oliver Baumann, der zwei bemerkenswerte Paraden zeigte.

Freiburg zeigte wieder einmal eine ordentliche Portion Leidenschaft und gab nicht auf. Charles Laprevotte, eine Entdeckung von SC-Trainer Christian Streich aus der Amateur-Mannschaft, traf in der 60. Minute den Pfosten. Als Mike Hanke kam, wurde das Freiburger Angriffsspiel präziser, was den 1:1-Ausgleich (86.) durch Nicolas Höfler zur Folge hatte.

"Normalerweise brauchst du eine extrem hohe Frustrationstoleranz, weil das Spiel der Bayern darauf ausgelegt ist, dass du nicht an den Ball kommst", sagte Freiburgs Trainer Christian Streich. "Es war wahnsinnig toll, wie wir das kopfmäßig hingekriegt haben. Wir haben die Bayern beschäftigt", sagte Streich und lächelte.

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