Nur 28:28 gegen Hannover-Burgdorf : Füchse Berlin: Das nächste Drama

Die Füchse Berlin verspielen gegen Hannover-Burgdorf einen Sechs-Tore-Vorsprung. Geschäftsführer Bob Hanning wünscht sich mal wieder ein normales Spiel.

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Neu gegen alt: Der frühere Füchse-Spieler Sven-Sören Christophersen kann den Pass von Petar Nenadic (h.) nicht unterbinden.
Neu gegen alt: Der frühere Füchse-Spieler Sven-Sören Christophersen kann den Pass von Petar Nenadic (h.) nicht unterbinden.Foto: imago

Die Anzeigetafel können sie sich eigentlich schenken. Meist genügt ein Blick ins Gesicht des Geschäftsführers um zu erahnen, wie das Spiel der Füchse Berlin ausgegangen ist. Nun hat Bob Hanning nach dem Spiel gegen Hannover-Burgdorf so ziemlich alle Gesten geliefert, die das Repertoire hergibt. In der ersten Halbzeit der Bundesliga-Partie saß er entspannt auf der Wechselbank, später dann schimpfte und tobte er, wollte zwischenzeitlich gar nicht hinsehen, tat es dann doch irgendwie. Und am Ende? Da schüttelte er einfach nur den Kopf.

 

War ja auch ziemlich unglaublich, was 8699 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle zuvor zu sehen bekommen hatten, nämlich ein Remis der Berliner gegen den Tabellenzwölften Hannover-Burgdorf – für sich genommen schon eine Überraschung. Wie die Punkteteilung zu Stande kam, stand aber noch einmal auf einem anderen Blatt. Was eine Halbzeit lang nach einem souveränen Heimsieg ausgesehen hatte, entwickelte sich schlussendlich zu einem schmeichelhaften Resultat für die Füchse. Am Ende eines verrückten Nachmittags war die Anzeigetafel dann doch hilfreich: 28:28 stand dort schwarz auf weiß. Zur Pause hatten die Berliner noch mit sechs Treffern Vorsprung geführt (18:12). „Das ist eigentlich genug, aber man muss auch immer weiterspielen“, sagte Trainer Erlingur Richardsson. „Wir haben Glück, dass wir überhaupt noch einen Punkt haben“; ergänzte der Isländer.

 

Zur Halbzeit schien das Spiel bereits entschieden

Neun Tage nach dem Remis beim SC Magdeburg (24:24) und der vielleicht schlechtesten ersten Halbzeit der noch jungen Saison zeigten die Berliner diesmal von Beginn an eine äußerst seriöse Leistung und setzten auf Hochgeschwindigkeitshandball: Nach jedem Ballgewinn, und davon gab es dank guter Defensivarbeit einige, trugen sie den Ball entschlossen in die gegnerische Hälfte und kamen so zu zahlreichen einfachen Treffern. Und wenn sie tatsächlich in den Positionsangriff mussten, konnten sie sich auf ihre kroatisch-serbische Rückraumachse verlassen: Drago Vukovic und Petar Nenadic waren als Torschütze oder Vorbereiter an acht der ersten neun Treffern beteiligt. Weil auch Silvio Heinevetter im Berliner Tor einen guten Start erwischte und die Halle mit einem parierten Heber vom Siebenmeterpunkt in Wallung brachte, musste Hannovers Coach Jens Bürkle frühzeitig zur Grünen Karte greifen – Auszeit (9:4/11.). Wirklich besser wurde es damit aber auch nicht aus Sicht der Gäste. Zur Halbzeit schien die Partie entschieden, nicht zuletzt dank herausragender sieben Tore durch Nenadic.

 

Was die Füchse nach der Pause zeigten, machte allerdings ziemlich ratlos und erinnerte in Auszügen an das jüngste Punktspiel in Magdeburg, in dem die Berliner binnen weniger Minuten einen Sieben-Tore-Rückstand aufgeholt hatten. Nur eben unter anderen Voraussetzungen: diesmal verspielten sie selbst die Führung, die sie sich so mühsam erarbeitet hatten. Beim 19:19 (38.) glich Hannover zum ersten Mal aus, beim 25:24 durch den ehemaligen Berliner Sven-Sören Christophersen gingen sie erstmals in Führung. Richardsson intervenierte nun seinerseits mit einer Auszeit, sein Team antwortete mit einem 5:1-Lauf –trotzdem fand sein Team nicht mehr zu der Sicherheit des ersten Durchgangs zurück. „Ich brauche nicht jede Woche ein Drama, ich wäre auch mal mit einem ganz normalen Heimsieg zufrieden“, sagte Hanning zum Abschluss. „Und der war heute mehr als möglich.“

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