Sport : Nur Angela Merkel gibt dem Bundestrainer keine Ratschläge

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Berlin - Bundestrainer Jürgen Klinsmann dürfte sich gefreut haben, als er hörte, dass es in Deutschland zumindest eine Person gibt, die ihm nicht in die Aufstellung reinreden will. „Ich werde keine Ratschläge geben“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ohnehin machte sie gestern keinen Hehl daraus, sich im Fußball nicht so gut auszukennen.

Worum ging es dann beim Fußballgipfel gestern Abend im Bundeskanzleramt, zu dem DFB-Präsident Theo Zwanziger, WM-Organisationschef Franz Beckenbauer sowie Bundestrainer Jürgen Klinsmann erschienen waren? Es sei auf jeden Fall kein Friedensgipfel gewesen, bemühten sich alle Beteiligten zu erklären. Das Gespräch sei nicht erst nach der Diskussion um Klinsmanns Abwesenheit bei einer Trainertagung vereinbart worden, sondern bereits im Dezember 2005. Das WM-Organisationskomitee sollte die Kanzlerin über den Stand der Vorbereitungen unterrichten.

Und so verbreiteten alle Beteiligten vor dem dreigängigen Menü mit Lammrücken nach Müritzer Art gelöste Stimmung. Die Bundeskanzlerin zog einen Vergleich zwischen Fußball und Politik. Innovationen seien zu begrüßen, sagte sie, „von Kritik darf man sich nicht beeinflussen lassen.“ Einer, der Klinsmann zuletzt scharf kritisiert hatte, Franz Beckenbauer, sagte ebenso gelöst: „Klinsmann wird jetzt ganz nach Deutschland ziehen, er hat genug von kalifornischer Sonne.“ Was allerdings ein Scherz war.

Schließlich beteuerte auch noch Klinsmann, den eingeschlagenen Weg fortsetzen zu wollen. „Wir werden unser Ding durchziehen, egal, wo der Wohnort ist“, sagte der Bundestrainer. Er dürfte sich über einen weiteren Satz der Kanzlerin ebenso gefreut haben. „Ich bin überzeugt, die WM wird auch sportlich ein Erfolg“, sagte Angela Merkel. Aber wie gesagt, im Fußball kennt sie sich nicht so gut aus. gol

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